250 Jahre USA - 250 Jahre deutsch-amerikanische Beziehungen
Von deutschen Auswanderern in die USA über die Brüche zweier Weltkriege, Coca-Cola und Oktoberfeste in den USA bis zu Donald Trumps deutschen Wurzeln - die deutsch-amerikanischen Beziehungen in ihrer ganzen Vielfalt.

Steuben: ein preußischer Offizier im Unabhängigkeitskrieg
Der preußische Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben ging 1778 nach Nordamerika und kämpfte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an führender Stelle gegen die britische Kolonialmacht. Auf diesem Gemälde ist (ganz links) der spätere erste Präsident George Washington mit Steuben (3. v.l.) und anderen Offizieren zu sehen. Seit 1957 gibt es ihm zu Ehren jedes Jahr die Steuben-Parade in New York.
Deutsche Fachkräfte für die USA
Zig Millionen Deutsche wanderten in die USA aus, vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hier landen deutsche Ärzte 1912 in der Sammelstelle Ellis Island im Hudson River. In einer Umfrage 2022 gaben rund 50 Millionen US-Bürger "German" als ihre Hauptabstammung an. Die Deutschstämmigen sind damit die größte ethnische Gruppe in den USA.
US-Truppen gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg
Zwei Weltkriege, in denen Amerikaner gegen Deutsche kämpften, haben die Beziehungen auf eine harte Probe gestellt. Am sogenannten D-Day, dem 6. Juni 1944, landeten GIs im von Deutschen Reich besetzten Frankreich. Zusammen mit den anderen Alliierten haben sie Europa - und die Deutschen selbst - vom Nationalsozialismus befreit, auch wenn nicht alle Deutschen das damals als Befreiung erlebt haben.
1945: Deutsch-amerikanische Liebesbeziehungen wieder erlaubt
Während der amerikanischen Besatzung Deutschlands waren Liebesbeziehungen zwischen US-Soldaten und deutschen Frauen streng verboten. Doch das Verbot wurde im Oktober 1945 aufgehoben. Schätzungsweise 15.000 bis 20.000 deutsche Frauen heirateten im und kurz nach dem Krieg US-Besatzungssoldaten. Die Zahl der oft nicht anerkannten Kinder aus solchen Verbindungen wird auf 100.000 bis 220.000 geschätzt.
Amerikanische "Rosinenbomber" versorgen Berlin
Berlin war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion besetzt. Die Sowjetunion riegelte Berlin 1948 von der Außenwelt ab. Es drohte eine akute Versorgungskrise. Daraufhin richteten die Westalliierten für viele Monate eine Luftbrücke ein und versorgten die Bevölkerung mit allen notwendigen Gütern.
Der "King of Rock'n'Roll" leistet Wehrdienst in Friedberg
Elvis Presley war 1958, als er seinen Wehrdienst in Deutschland antrat, schon ein internationaler Popstar. Und er verkörperte das Lebensgefühl einer ganzen Generation, auch in Deutschland. Er wurde damit zu einem inoffiziellen Botschafter seines Landes in der Bundesrepublik. In Bad Nauheim in Hessen, wo Elvis damals wohnte, gibt es längst eine Elvis-Presley-Straße.
Präsident John F. Kennedy: "Ich bin ein Berliner"
1963: Mitten durch Berlin verläuft seit zwei Jahren eine Mauer und trennt den sowjetischen Ostsektor von den drei Westsektoren. Da besucht US-Präsident John F. Kennedy West-Berlin, hier (li.) mit dem West-Berliner Bürgermeister Willy Brandt (Mitte) und Bundeskanzler Konrad Adenauer. Mit seinem Besuch und dem auf deutsch gesprochenen Satz "Ich bin ein Berliner" bekennt er sich zum Schutz der USA.
Der "American Way of Life" und die Deutschen
Es gibt wohl weniges, was in der Alltagskultur so sehr für "Amerika" steht wie Coca-Cola, und die Deutschen haben vieles davon begierig aufgesogen. Aufgesogen manchmal ganz wörtlich gemeint: Hier trinkt sogar Bundeskanzler Willy Brandt 1972 bei einem Urlaub am Strand von Florida eine Dose Coca-Cola. Seine Mütze will allerdings stilistisch nicht so recht passen.
Der "German Way of Life": Autos in San Francisco
Umgekehrt steht wohl für Amerikaner wenig so sehr für Deutschland wie seine Autos. Schon der VW Käfer war in den 50er Jahren ein Exportschlager in den USA. Später wurden es vor allem die Premiumfahrzeuge von Mercedes, BMW, Audi und Porsche. Seit den Zollbeschränkungen von Präsident Donald Trump produzieren mehr deutsche Firmen auch in den USA selbst und umgehen so die Einfuhrzölle.
Oktoberfest in Florida
Im Ausland ist das Münchener Oktoberfest vielleicht DER Inbegriff deutschen Brauchtums. Das haben auch deutsche Auswanderer mit in ihre neue Heimat genommen. Der American German Club veranstaltet hier sein eigenes Oktoberfest in Lake Worth in Florida, deutsches Bier und Trachten inklusive.
Präsident Reagan in Berlin: "Mr Gorbachev, tear down this wall!"
Noch eine berühmte Berlin-Rede eines US-Präsidenten: Vor dem Brandenburger Tor (rechts Bundeskanzler Helmut Kohl), das seit dem Mauerbau 1961 im Sperrgebiet der sowjetischen Zone liegt, fordert Ronald Reagan 1987 den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow auf: "Öffnen Sie dieses Tor! Reißen Sie die Mauer nieder!" Gut zwei Jahre später sollte der Traum Wirklichkeit werden.
Schröder und Bush: Streit um Irak-Krieg
Nach den islamistischen Angriffen auf die USA 2001 erklären die NATO-Verbündeten dem US-Präsidenten George W. Bush ihre Solidarität, auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (hier links neben Bush). Doch als Bush einen Krieg im Irak beginnt, wo er Massenvernichtungswaffen vermutet (die es nicht gibt), verweigert sich Schröder. Der Streit löst eine jahrelange Krise in den Beziehungen aus.
Merkel vor dem Kongress: Dankbarkeit für US-Beistand
Als zweite deutsche Regierungschefin nach Konrad Adenauer 1957 spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel 2009 vor beiden Kammern des US-Kongresses: "Wir Deutschen wissen, wieviel wir Ihnen, unseren amerikanischen Freunden, verdanken. Niemals werden wir Ihnen das vergessen!" Die Rede löst einen neunminütigen Applaus aus. (Hinter Merkel Vizepräsident Joe Biden und Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi)
Duo Merkel-Obama: ähnliche Vorstellungen
Die vielleicht engste politische Beziehung zwischen den Regierungschefs beide Länder war die zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Barack Obama, hier 2015 beim G7-Gipfel in den deutschen Alpen. Beide haben sich auch nach ihren Amtszeiten privat getroffen. Merkel war erst im Juni 2026 bei der Eröffnung des Obama Center in Chicago dabei, Präsident Donald Trump nicht.
Trump und Merz: Es knirscht trotz deutscher Schmeichelei
Seit Donald Trump ist in den transatlantischen Beziehungen fast nichts mehr wie früher: Zwar hat Bundeskanzler Friedrich Merz Trump dreimal das Weiße Haus besucht, wie hier im März 2026, und sich bei schwierigen Themen zurückgehalten. Doch immer wieder kommt es zum offenen Streit, zuletzt zum Iran-Krieg. Ob Trump je Merz' Einladung nach Deutschland annehmen wird?
Zukunft der US-Truppen in Deutschland ungewiss
GIs der Storck Barracks in Bayern. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges sind US-Truppen in Deutschland stationiert, zur Zeit rund 37.000 Soldaten. Zusammen mit zivilem Personal und Familienangehörigen sind es rund 75.000 Personen. Präsident Trump hat nach dem jüngsten Streit mit Merz eine Verringerung von mindestens 5000 Soldaten angekündigt. Das US-Schutzversprechen wird zunehmend infrage gestellt.
Kallstadt in der Pfalz: Wo Großvater Trump herkam
Ein unscheinbares Haus im pfälzischen Kallstadt. Hier wurde Donald Trumps Großvater geboren, der im 19. Jahrhundert in die USA auswanderte. Ein Deutschland-Besuch von Donald Trump würde wohl auch Kallstadt einschließen. Doch wenn es nach der großen Mehrheit der Dorfbewohner geht, soll Trump niemals hierher kommen. Trump ist in Deutschland wohl so unbeliebt wie kein anderer US-Präsident vor ihm.
Seit Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika 1776 haben Deutsche eine wichtige Rolle in dem Land gespielt. US-Bürger mit deutschen Wurzeln sind nach Umfragen sogar die größte ethnische Gruppe. Umgekehrt ist der Einfluss der USA in Deutschland vor allem seit dem 20. Jahrhundert kaum zu überschätzen - bis heute. Im Moment sind die Beziehungen besonders angespannt. Das liegt vor allem an Donald Trump, dem in Deutschland vielleicht unbeliebtesten Präsidenten der USA, deren Vorfahren auch aus Deutschland stammen. Aber die Beziehungen sind viel mehr als Politik.