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PolitikBelgien

Belgien setzt Tanker der russischen Schattenflotte fest

1. März 2026

Mit seiner Schattenflotte umgeht Russland internationale Sanktionen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten gehen schon seit Längerem dagegen vor. Nun ist Belgien ein Erfolg gelungen.

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Belgien Zeebrugge 2026 | Beschlagnahmter Öltanker »Ethera« in Marinebasis Zeebrugge
Beschlagnahmter Öltanker "Ethera" in der Marinebasis SeebrüggeBild: Nicolas Maeterlinck/BELGA/picture alliance

Belgien hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Sonntag einen Öltanker der russischen Schattenflotte gekapert. Die belgischen Streitkräfte hätten das Schiff mit Unterstützung Frankreichs festgesetzt, schrieb Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken auf der Plattform X. Der Tanker werde zum Hafen von Seebrügge eskortiert, wo er beschlagnahmt werde.

Belgiens Premierminister Bart de Wever gratulierte dem Militär auf X zu der "erfolgreichen Operation in dieser Nacht", ohne den Vorgang konkret zu benennen. Er dankte Frankreich und fügte hinzu: "Belgien wird das internationale Seerecht und die Sicherheit seiner Hoheitsgewässer wahren."

Schiffe als mögliche Drohnen-Plattform

Die Schattenflotte besteht aus Tankern und anderen Frachtschiffen, die Russland zur Umgehung von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Frankreich schätzt die Größe der Flotte mittlerweile auf 1000 bis 1200 Schiffe, wovon 650 bis 700 mit Sanktionen belegt sind.

Münchner Sicherheitskonferenz 2026 | Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken
"Nehmen ein Schiff nach dem anderen aus dem Verkehr": Belgiens Verteidigungsminister Theo FranckenBild: Michael Bihlmayer/CHROMORANGE/picture alliance

Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte auch als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können. Die Mitgliedstaaten wollen deshalb konsequent gegen die Schattenflotte vorgehen.

Francken sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Belgien nehme seine Verantwortung ernst. Ohne seine Schattenflotte könne Russlands Präsident Wladimir Putin "keinen Krieg gegen unschuldige Ukrainer führen". Deshalb nehme man die Schiffe aus dem Verkehr - "eines nach dem anderen, bis sein Angriffskrieg aufhört", zitiert Reuters den Minister.

gri/pgr (dpa, rtr)