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PanoramaDeutschland

Buckelwal Timmy lebte nach Freilassung nur noch einige Tage

12. Juni 2026

Nach der Rettung ins offene Meer lebte Buckelwal Timmy laut Trackingdaten noch rund vier Tage. Danach brach das Signal ab. Der Kadaver wurde später im Kattegat in dänischen Gewässern entdeckt.

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Dänemark Anholt 2026 | Toter Buckelwal vor der Insel Anholt (Drohnenaufnahme)
Zunächst war nicht klar, ob das vor der Insel Anholt angeschwemmte Tier tatsächlich der vermeintlich gerettete Buckelwal warBild: Marcus Golejewski/dpa/picture alliance

Der unter dem Namen "Timmy" bekannt gewordene Buckelwal hat nach seiner Freilassung im Meer offenbar noch mindestens vier Tage gelebt. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus, SPD, in Schwerin sagte, verendete der Wal laut den Trackerdaten "zwischen dem 6. und 7. Mai", nachdem er am 2. Mai aus einem Lastkahn in die offene Nordsee bugsiert worden war.

"Danach bricht das Signal ab", sagte Backhaus. Der Buckelwal sei anschließend "mehr oder weniger gedriftet". Der an der Rückenfinne angebrachte Tracker habe unter Wasser keine Daten mehr geliefert. Insgesamt habe der Wal nach seiner Freilassung noch 215 Kilometer zurückgelegt. Die genaue Todesursache sei weiterhin unklar.

Deutschland Schwerin 2026 | Pressekonferenz zu Senderdaten von Buckelwal "Timmy"
Umweltminister Till Backhaus stellt in Schwerin die Ergebnisse der Trackerdaten vorBild: Jens Büttner/dpa/picture alliance

Kadaver vor dänischer Insel Anholt

Am 14. Mai war vor der dänischen Insel Anholt im Kategatt zwischen Dänemark und Schweden ein Walkadaver entdeckt worden. Kurz darauf bestätigten dänische und deutsche Behörden, dass es sich um Timmy handelte.

Der gut zwölf Meter lange Buckelwal war erstmals Anfang März im Hafen von Wismar gesichtet worden. Er irrte danach wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt lag er vor der Insel Poel.

BdTD Deutschland Poel 2026 | Helfer versuchen gestrandeten Buckelwal in der Ostsee zu retten
Vor der Insel Peol wurde der gestrandete Buckelwal immer wieder von Helfern befeuchtetBild: Philip Dulian/dpa/picture alliance

Privatinitiative übernahm Rettung

Obwohl Experten das schwer angeschlagene und geschwächte Tier nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen schon aufgegeben hatten, duldete Umweltminister Backhaus Mitte April den Rettungsversuch einer Privatinitiative. Timmy wurde in einem Lastkahn aus der Ostsee gebracht und am 2. Mai im Kattegat ins offene Meer entlassen.

Deutschland Fehmarn 2026 | Buckelwal liegt in geflutetem Lastschiff nahe dänischer Grenze
Mit einem Lastkahn wurde das geschwächte Tier in die Nordsee auf das offene Meer gebrachtBild: Philip Dulian/dpa/picture alliance

Den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern wurden nun von dem Tracker aufgezeichnete Bewegungsdaten zur Verfügung gestellt, die ausgewertet wurden. Weitere Daten unter anderem zu Wassertemperatur, Tauchtiefe, geschwommenem Radius, Geschwindigkeit und auch Untersuchungen zu den Organen sollen laut Backhaus in einigen Wochen oder Monaten übermittelt und wissenschaftlich ausgewertet werden.

Bei der Untersuchung des Kadavers in Dänemark Anfang Juni sei "nichts Ungewöhnliches" entdeckt worden - "weder am noch im Wal", sagte Backhaus. Es habe keine schwerwiegenden inneren oder äußeren Verletzungen gegeben, auch Reste eines Fischernetzes seien nicht gefunden worden.

Aus Timmy wird jetzt Biokraftstoff

Es gebe "nach heutigem Erkenntnisstand keine belastbaren Hinweise", dass der Transport oder die Freisetzung des Meeressäugers zu seinem Tod oder zur Gefährdung beigetragen hätten, sagte Backhaus. "Der Rettungsversuch war aus unserer Sicht rechtlich und fachlich vertretbar."

Aus dem Kadaver des Buckelwals soll Biokraftstoff hergestellt werden, aus dem restlichen Material soll nach Angaben der dänischen Behörden Fleisch- und Knochenmehl gemacht werden, das ebenfalls als Biokraftstoff genutzt werden kann, etwa bei der Zementherstellung.

as/haz (dpa, afp, ap)