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China genehmigt Ausnahmen beim Export von Nexperia-Chips

8. November 2025

Nach wochenlangen Lieferproblemen erhält unter anderem Volkswagen wieder Halbleiter des chinesischen Herstellers Nexperia. China hat erste Ausnahmegenehmigungen erteilt - wie lange diese gelten, ist jedoch unklar.

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Flaggen des Chipherstellers Nexperia
Flaggen des Chipherstellers Nexperia am Firmenstandort im niederländischen NijmegenBild: Marcel Krijgsman/ANP/picture alliance

Volkswagen und der Autozulieferer Aumovio erhalten nach eigenen Angaben wieder Halbleiter der Firma Nexperia aus China. "Erste Exporte hat es bereits gegeben", sagte Ralf Brandstätter, im Volkswagen-Vorstand für das China-Geschäft zuständig, dem Handelsblatt. Eine Aumovio-Sprecherin bestätigte, dass ihr Unternehmen von der chinesischen Regierung eine schriftliche Ausnahmegenehmigung für den Export der Chips erhalten habe.

Nexperia gehört zum chinesischen Wingtech-Konzern, hat seinen Sitz jedoch in den Niederlanden. Ende September hatte die niederländische Regierung das Unternehmen wegen Sicherheitsbedenken unter staatliche Kontrolle gestellt. Daraufhin belegte Peking Nexperia-Produkte mit einem Exportverbot. In der vergangenen Woche kündigte China jedoch an, unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen zuzulassen.

Ausnahmen nach Handelseinigung mit USA

Brandstätter erklärte, das chinesische Handelsministerium habe nach einer Einigung mit den USA schnell reagiert, um die Ausfuhrgenehmigungen zu ermöglichen. Wie "schnell und nachhaltig" das neue Verfahren zur Lieferung der Nexperia-Chips funktioniere, hänge vor allem von den bilateralen Beziehungen zwischen China und den USA ab.

Gebäude des Chipherstellers Nexperia in Nijmegen in den Niederlanden
Gebäude des Chipherstellers Nexperia in Nijmegen in den NiederlandenBild: Marcel Krijgsman/ANP/picture alliance

Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt hatte bereits bei der Vorstellung der Quartalszahlen erklärt, man rechne mit einer baldigen Wiederaufnahme der Lieferungen. Der noch junge Zulieferer, ehemals die Automotive-Sparte von Continental, produziert Sensoren und Displays und war im September an die Börse gegangen.

Bundeskanzler Merz sieht Beruhigung im Chip-Streit

Die Autoindustrie hatte zuletzt wegen der blockierten Nexperia-Lieferungen Alarm geschlagen. Die Chips werden in zahlreichen elektronischen Steuergeräten eingesetzt, die für die Fahrzeugproduktion unverzichtbar sind. Zwar fertigt Nexperia auch in Europa, doch viele Halbleiter werden nach China geschickt, dort weiterverarbeitet und dann wieder zurückexportiert.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am Rande des internationalen Klimagipfels im brasilianischen Belém, er habe mit dem niederländischen Regierungschef Dirk Schoof über die Situation gesprochen. "Es scheint der Weg jetzt offen zu sein für eine Wiederaufnahme der Lieferung", erklärte Merz anschließend vor Journalisten.

China fordert Entgegenkommen der Niederländer

Das chinesische Handelsministerium warf den Niederlanden unterdessen vor, bislang keine erkennbaren Schritte unternommen zu haben, um die angebliche Verletzung der Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu unterbinden und die Stabilität globaler Lieferketten wiederherzustellen.

Bundeskanzler Friedrich Merz und niederländischer Ministerpräsident Dick Schoof
Der geschäftsführende niederländische Ministerpräsident Dick Schoof (l.) und Bundeskanzler Friedrich Merz im JuniBild: Katharina Kausche/dpa/picture alliance

Die Erklärung war eine Reaktion auf einen Online-Beitrag des geschäftsführenden niederländischen Wirtschaftsministers Vincent Karremans vom 6. November. Auf der Plattform X hatte Karremans geschrieben, die Niederlande vertrauten angesichts der konstruktiven Gespräche mit den chinesischen Behörden darauf, dass die Lieferungen von Chips aus China nach Europa und in den Rest der Welt in den kommenden Tagen wieder anlaufen würden.

Nexperia seit Ende September unter Kontrolle der Niederlande

Chinas Handelsministerium forderte, die niederländische Darstellung dürfe nicht nur bei Worten bleiben, sondern müsse so bald wie möglich konstruktive Pläne folgen lassen. Den Haag solle zudem aufhören, sich über administrative Wege in Angelegenheiten von Unternehmen einzumischen. Zugleich habe Peking der Bitte des niederländischen Wirtschaftsministeriums zugestimmt, Vertreter für weitere Beratungen nach China zu entsenden.

Detail einer Platine mit Leiterbahnen und Computerchip
Detail einer Platine mit Leiterbahnen und Computerchip (Symbolbild)Bild: Ralph Kerpa/Bildagentur-online/Kerpa-McPhoto/picture alliance

Hintergrund des Konflikts ist die Entscheidung der niederländischen Regierung vom 30. September, den Halbleiterhersteller Nexperia wegen Bedenken gegen die chinesische Muttergesellschaft Wingtech unter staatliche Kontrolle zu stellen. Kurz darauf verhängte Peking Exportbeschränkungen für bestimmte Nexperia-Chips, die auch europäische Autohersteller trafen.

Nexperia produziert vor allem Standardchips, die in großen Stückzahlen in der Automobilindustrie und in elektronischen Geräten verwendet werden.

pgr/jj (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 17.30 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.