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ReiseEuropa

Der Ort mit dem längsten Namen Europas

Patricia Szilagyi
8. Juni 2022

58 Buchstaben, lückenlos aneinandergereiht: Mit seinem ungewöhnlichen Namen lockt Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch in Wales jede Menge Touristen an. Teil 1 unserer Reihe "Extreme Orte".

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Schild Llanfairpwllgwyngyllgo gerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch am Bahnhof
Ein beliebtes Fotomotiv: das Ortsschild am Bahnhof von LlanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogochBild: robertharding/imago images

Die Insel Anglesey an der Nordwestküste von Wales ist ein stilles Fleckchen Erde. Nur wenige Menschen verirren sich hierher, denn Sehenswürdigkeiten gibt es kaum. Dabei hat das Eiland eine bedeutende Geschichte. Anglesey, oder auch Ynys Môn, wie die Insel auf Walisisch heißt, war ein Zentrum der Druiden. Über viele Jahrhunderte diente sie den keltischen Hohepriestern als Rückzugsort. Zahlreiche Mythen ranken sich bis heute um diese Zeit. Wie ein Relikt aus dieser Ära wirkt auch der Ort mit dem ungewöhnlichsten Namen auf Anglesey. Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch heißt die 3000-Seelen-Gemeinde im Südosten der Insel, was übersetzt so viel bedeutet wie: Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe eines schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle.

Wales I Blick auf die Menai Suspension Bridge zwischen walisischem Festland und Anglesey
Wer vom walisischen Festland über die Menai Suspension Bridge nach Anglesey reist, erreicht als erstes den Ort mit dem wohl ungewöhnlichsten Namen der Insel Bild: Andrew Yates/AFP/Getty Images

Stadtmarketing auf Walisisch

Mit 58 Buchstaben ist es der längste zusammenhängende Ortsname in Europa. Ihn richtig auszusprechen ist für Nichtwaliser eine kaum lösbare Aufgabe. Auch die Inselbewohner nennen das Dorf der Einfachheit halber meist nur kurz Llanfairpwll. Wer hier aber eine Hinterlassenschaft der Kelten vermutet, liegt falsch. Denn der unaussprechliche Name ist eine recht junge Erfindung. Mitte des 19. Jahrhunderts bekam das Dorf einen Eisenbahnanschluss. Handwerker und Händler siedelten sich an, doch die Geschäfte liefen schleppend. Um den Ort interessanter zu machen, dachte sich ein findiger Schneider den Zungenbrecher aus. Und tatsächlich: Der Werbetrick machte das walisische Kaff bekannt und lockte mehr Besucher an.

Wales I Historische Aufnahme des Bahnhofs von Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch
Der Bahnhof von Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch wurde 1848 eröffnet. Schon bald kamen Besucher wegen des ungewöhnlichen Namens in den OrtBild: Fox Photos/Getty Images

Auch heute zieht es Menschen nur wegen des ungewöhnlichen Namens hierher. Das Haltestellenschild am Bahnhof ist ein beliebtes Fotomotiv. Und sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde hat sich Llanfairpwll mit seinem XXL-Ortsnamen 2002 gesichert: für die längste Internetadresse aus nur einem Wort. Grund genug für DW-Reporter Hendrik Welling, dem Ort mal einen Besuch abzustatten. Für die Reihe "Europa maxximal" im Lifestyle- und Kulturmagazin "Euromaxx" erkundet er Superlative in ganz Europa. In Llanfairpwll hat er sich von den Einheimischen die Geschichte hinter der verrückten Buchstabenansammlung erzählen lassen und natürlich fleißig Walisisch geübt. Ob er es mit ihrer Hilfe am Ende geschafft hat, den Ortsnamen in voller Länge richtig auszusprechen, erfahren Sie in unserem Video!

Service-Tipps:

Adresse: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch, LL 61 5UJ, Anglesey, Wales

Anreise: Von Liverpool oder Manchester erreicht man den Ort in rund dreieinhalb Stunden mit dem Zug.

Der besondere Tipp: Einen Besuch lohnt auch "Plas Newydd", der Landsitz des Marquess of Anglesey. Das Herrenhaus aus dem späten Mittelalter liegt etwas außerhalb des Ortes und beherbergt mehrere Ausstellungen. 

Buchcover | Buchcover Extreme Orte Deutsch

Das Buch zur Reihe

Europa von seiner extremen Seite: Die Reihe "Europa maxximal" im Lifestyle- und Kulturmagazin "Euromaxx" macht europäische Superlative erlebbar - von außergewöhnlicher Architektur über spektakuläre Landschaften bis hin zu einzigartigen kulturellen Phänomenen. Begleitend zur Reihe erscheint das Buch "111 extreme Orte, die man gesehen haben muss" in Kooperation mit dem Emons Verlag. Ein alternativer Reiseführer, informativ und unterhaltsam zugleich. Für Reiselustige, Europa-Fans und alle, die gerne mit ausgefallenem Partywissen angeben. Rekordverdächtig gut!