Der russischen Sprache soll auf dem postsowjetischen Raum offizieller Status verliehen werden
26. September 2003Moskau, 25.9.2003, MATERIK.RU, russ.
Russland will erreichen, dass der russischen Sprache auf dem postsowjetischen Raum der Status einer offiziellen Sprache verliehen wird, erklärte am Donnerstag (25.9.) die erste stellvertretende Außenministerin der Russischen Föderation, Eleonora Mitrofanowa. "Wir führen aktive Arbeit zur Festigung des Status der Sprache durch. Wir wollen erreichen, dass Russisch zur offiziellen Sprache dort wird, wo Russen kompakt auf dem Territorium der GUS leben", sagte Eleonora Mitrofanowa in einem Vortrag in der Internationalen Universität in Moskau.
Ihrer Meinung nach werde "die russische Sprache derzeit allmählich verdrängt", was zur Auswanderung der russischsprachigen Bevölkerung aus einer Reihe von GUS-Staaten führe. Mitrofanowa sagte unter anderem, dass die Schließung russischer Schulen zu einem ernsten Problem geworden sei. Dabei betonte sie, dass dieser Prozess "ein besonderes Ausmaß" in der Ukraine erreicht habe. Ein weiteres ernstes Problem sei die Einstellung der Fernseh- und Rundfunkübertragung in russischer Sprache in einigen GUS-Staaten sowie der Rückgang der Zahl der russischen Zeitungen und Zeitschriften.
Der ersten stellvertretenden Außenministerin Russlands zufolge ist vorgesehen, im Jahr 2004 252 Millionen Rubel für die Arbeit mit Landsleuten im Ausland bereitzustellen. Eleonora Mitrofanowa sagte, dass die russischsprachige Gemeinde in der Welt 25 Millionen Personen zählt. Auf dem Territorium der GUS würden 16 bis 17 Millionen russischsprachige Bürger leben, der größte Teil in der Ukraine und in Kasachstan. (...) (lr)