Deutschland: Jeder Fünfte denkt über Auswanderung nach
10. Januar 2026
Jeder Fünfte in Deutschland erwägt, die Bundesrepublik zu verlassen. Das zeigt eine repräsentative Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), für die fast 3000 Menschen über ein Jahr hinweg befragt wurden.
Insgesamt gaben 21 Prozent von ihnen an, sie erwögen eine Auswanderung. Bei Deutschen ohne Migrationshintergrund waren es 17 Prozent. Bei Menschen, die einst selbst nach Deutschland eingewandert sind, waren es mit 34 Prozent doppelt so viele, bei ihren Nachkommen sogar 37 Prozent. Am häufigsten (39 Prozent) bejahten Menschen mit familiären Bezügen zur Türkei, zum Nahen Osten und zu Nordafrika entsprechende Überlegungen.
Mehr als die Hälfte aller Befragten erhoffen sich eine bessere Lebensqualität außerhalb Deutschlands. Doch auch Diskriminierungserfahrungen spielen laut DeZIM eine Rolle: 18 Prozent der Eingewanderten und 24 Prozent ihrer Nachfahren gaben an, deshalb eine Auswanderung in Betracht zu ziehen.
Verengter Blick
"In Deutschland haben Debatten um Einwanderung seit Jahren Konjunktur", heißt es in der Studie des Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung. "Weniger öffentliche Beachtung findet dagegen die Tatsache, dass regelmäßig Menschen aus Deutschland auswandern." Dabei sei gerade dies mit Blick auf den demografischen Wandel und die Engpässe bei Arbeitskräften von Bedeutung.
Konkret sind die Auswanderungspläne allerdings nur bei zwei Prozent der Befragten. Sie planen, binnen eines Jahres wegzuziehen. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts verließen 2024 tatsächlich 1,2 Millionen Menschen das Land.
wa/gri (dpa, epd)