Wadephul nimmt in Neuseeland die Antarktis in den Blick
3. Februar 2026
Deutschland und Neuseeland verstärken ihre Zusammenarbeit in der Antarktis - auch als Zeichen gegen künftige Machtinteressen der Großmächte. "Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass der weiße Kontinent als Hort der wissenschaftlichen Kooperation und der internationalen Forschung bestehen bleibt und nicht zum nächsten Austragungsort eines Großmächtewettbewerbs wird", sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters.
Peters hatte Wadephul in seine Heimatregion Bay of Islands in der Nähe der Stadt Kerikeri auf der neuseeländischen Nordinsel eingeladen. Der CDU-Politiker sagte, Neuseeland sei neben dem Tor zum Pazifik auch das Tor zur Antarktis, "einem Kontinent, der zwar nicht jeden Tag die Nachrichten bei uns in Deutschland prägt, der aber immer stärker eine außen- und sicherheitspolitische Rolle einnimmt". Deutschland arbeite bei der Antarktis-Forschung schon lange mit Neuseeland vertrauensvoll zusammen und wolle diese Kooperation nun auf die nächste Stufe heben.
Kein kommerzieller Bergbau am Südpol
Das deutsche Alfred-Wegener-Institut und das neuseeländische Antarktisprogramm Antarctica spielten dabei eine besondere Rolle, sagte Wadephul. In einer gemeinsamen Erklärung betonen Deutschland und der Gastgeberstaat, man habe ein ausgeprägtes Interesse daran, die Integrität des Antarktis-Vertragssystems zu schützen, "damit dieser einzigartige Teil der Welt friedlich, frei von militärischen Maßnahmen, auf unbestimmte Zeit frei von kommerziellem Bergbau und umfassend geschützt bleibt".
Deutschland ist Neuseelands wichtigster Handelspartner in der EU. Ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der EU und Neuseeland trat im Mai 2024 in Kraft. Neuseeland bewegt sich außenpolitisch auf einem schmalen Grat zwischen China als insgesamt wichtigstem Handelspartner und den USA als maßgeblichem Sicherheitsgaranten.
Diplomatische Beziehungen zu Niue aufgenommen
Im Rahmen seiner Indopazifik-Reise unterzeichnete Wadephul auch eine Erklärung, wonach Deutschland diplomatische Beziehungen zu dem Südpazifik-Inselstaat Niue aufnimmt. Das Bundeskabinett hatte den Schritt Anfang Januar beschlossen. Auf Niue, das zwischen Fidschi und den Cookinseln liegt, leben rund 1700 Menschen. Es ist damit eine der kleinsten selbstregierten Nationen der Welt. Eine deutsche Botschaft soll auf der Insel nicht eröffnet werden; zuständig sein wird die deutsche Vertretung im neuseeländischen Wellington.
jj/gri (dpa, afp)
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