Wal strandet an Ostseeküste: Kann er gerettet werden?
23. März 2026
Schon mehrfach wurde in letzter Zeit ein Wal an der Küste der Ostsee in Deutschlands Hohem Norden gesichtet. Möglicherweise ist nun genau dieser Meeressäuger in der Lübecker Bucht dem Ufer zu nahe gekommen und gestrandet.
Der Wal wurde in der Nacht zu Montag im Wasser vor dem Ortsteil Niendorf der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt, wie die Polizei des Bundeslandes Schleswig-Holstein mitteilte. Es sei auf einer Art Sandbank gesichtet worden. Das Tier sei noch am Leben.
Man wolle nun mit allen möglichen Mitteln versuchen, den Wal dorthin zu bringen, wo er wieder weiterschwimmen könne, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. "Das gestaltet sich natürlich schwierig." Dabei spielten etwa Größe, Gewicht und Wasserstand eine Rolle.
Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) aus Büsum seien hinzugebeten worden und auf dem Weg nach Niendorf. Sie könnten dann auch genauer sagen, um was für einen Wal es sich handelt.
Die Rettungsaktion lockt auch zahlreiche Neugierige an. Die Polizei bittet um Zurückhaltung. Es sei wichtig, dass sich Unbeteiligte dem Tier nicht nähern, um es nicht noch mehr zu stressen, sagte der Polizeisprecher. Weder aus der Luft, etwa mit einer Drohne, noch von Wasser- oder Landseite aus. Der entsprechende Bereich um den Niendorfer Hafen sei abgesperrt worden.
Wal seit einiger Zeit in der Region gesichtet
Es wird vermutet, dass es sich bei dem Wal um dasselbe Tier handelt, das bereits seit einiger Zeit immer wieder in der Ostsee gesichtet wird. So sei er Anfang des Monats weiter östlich im Wismarer Hafen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern entdeckt worden. Damals hatten Einsatzkräfte den Wal weitgehend von einem Netz befreit, in dem er sich zuvor verfangen hatte.
Am vergangenen Freitag wurde der Wal vor Travemünde von der Meeresschutzorganisation Sea Sheperd von weiteren Netzresten befreit, wie die Organisation mitgeteilt hatte. Sea Sheperd geht davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.
AR/haz (dpa, afp)