Die Rallye Dakar 2026: Wildes Wettrennen in der Wüste
Die 48. Rallye Dakar führt noch bis zum 17. Januar rund 8000 Kilometer weit durch Saudi-Arabien. Seit 1978 ist das Wüstenrennen ein Symbol extremen Ausdauersports - und zahlreicher Kontroversen.

Ursprünge einer Legende
Die Rallye Dakar startete erstmals 1978 - damals noch als "Rallye Paris-Dakar". Sie war ein Traum des französischen Rennfahrers Thierry Sabine, der sich bei einer früheren Rallye in der Sahara verirrt hatte und daraufhin die Wüsten-Querung von der französischen in die senegalesische Hauptstadt entwarf. Ende 1978 begaben sich 170 Teilnehmer auf die erste, rund 10.000 Kilometer lange Reise.
Wüstenpisten in aller Welt
Nach turbulenten Jahren in Afrika wurde das Rennen 2009 aus Sicherheitsgründen nach Südamerika verlegt. 501 Teilnehmer gingen an den Start. Die Strecke führte unter anderem durch den Salar de Uyuni in Bolivien, die größte Salzwüste der Welt. Seit 2020 findet die Rallye dauerhaft in Saudi-Arabien statt – eine neue Wüstenheimat für das Rennen.
Sand, Schlamm, Schotter
Heute ist die Rallye Dakar eines der härtesten Motorsport-Marathonrennen der Welt. Extrem sind nicht nur die stark wechselnden Pistenverhältnisse - sie reichen von Sanddünen über felsige Canyons und Schotterpisten bis hin zu Abschnitten mit schlammigem Marschland, sondern auch die Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius. Da ist ein heißes Rennen garantiert.
Timeline für 2026
Die diesjährige Rallye umfasst etwa 8000 Kilometer Gesamtstrecke, Start und Ziel sind in Yanbu am Roten Meer. Insgesamt sind rund 325 Fahrzeuge im Starterfeld gemeldet – für Trucks, Autos und Motorräder ist insbesondere der lockere, stark aufwirbelnde Sand der saudischen Wüste immer wieder eine extreme Herausforderung.
Sammelpunkt in der Sandwüste
Zahlreiche Teilnehmerfahrzeuge sammeln sich vor dem nächsten Etappenstart neben einem riesigen Felsen in der Wüste. Organisiert wird das Rennen seit 1981 von der "Amaury Sport Organisation", die aus der einstigen Rallye Paris-Dakar ein globales Premium-Event formte – professioneller, internationaler, aber weiterhin extrem anspruchsvoll.
Kritische Stimmen
Trotz der weltweiten Faszination am Wüstenrennsport gibt es auch Kritik - etwa an den Kosten und dem hohen Risiko für die Fahrer, aber auch an der Menschenrechtslage im Ausrichterland Saudi-Arabien. Gegner beklagen zudem große Umwelt- und Naturbelastungen durch Staub, Emissionen und Schäden an empfindlichen Landschaften und historischen Stätten.
Durchbrennende Dromedare
Die Rallye Dakar hat seit ihrem Beginn bereits mehr als 70 Todesopfer gefordert - darunter Teilnehmer, Zuschauer, Journalisten und Helfer. Auch deshalb wird die Rallye scharf kritisiert. Anwohner früherer Strecken sagten, die Rallye bringe ihnen wenig wirtschaftlichen Nutzen, berge aber Risiken für Mensch und Tier - wie etwa für diese flüchtenden Dromedare in der saudischen Wüste.
Härtegrade und Herausforderungen
Eine spektakuläre Felsenlandschaft bildet die Kulisse der diesjährigen dritten Etappe bei al-Ula in Saudi-Arabien. Die Rallye fordert Mensch und Maschine heraus: lange Distanzen, Dünen, Geröll und eine anspruchsvolle Navigation fordern höchste Konzentration; Marathon-Etappen ohne Teamhilfe testen Ausdauer, Strategie und Mechanik bis an die Grenzen.
Viel Ruhm - wenig Geld
Zwei Wochen dauert die Rallye - und neben den großen Strapazen sind vor allem die Teilnahmegebühren mit bis zu 100.000 Euro pro Fahrerteam extrem hoch. Die Preisgelder fallen dagegen gering aus - Motorradsieger erhalten meist 50.000 Euro, Autofahrer deutlich weniger. Hauptgewinn der Rallye ist daher weniger das direkte Preisgeld, sondern der massive Werbewert für Sponsoren und die eigene Karriere.