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Trump: Wollen keine übereilte Vereinbarung mit Iran

Veröffentlicht 24. Mai 2026Zuletzt aktualisiert 24. Mai 2026

Ist bei den Gesprächen über ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran der lang ersehnte Durchbruch gelungen? Zunächst deutete US-Präsident Trump dies an. Stunden später relativierte er mal wieder seine Äußerung.

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USA 2026 | Donald Trump
US-Präsident Donald Trump will mit Iran "nichts überstürzen"Bild: Alex Brandon/AP Photo/dpa/picture alliance

US-Präsident Donald Trump hat von ihm selbst und seinem Außenminister Marco Rubio geweckte Hoffnungen auf eine schnelle Einigung mit Iran gedämpft. "Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist", schrieb Trump jetzt auf seiner Onlineplattform Truth Social. Mit Blick auf den Stand des Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Kriegs erklärte er weiter, beide Seiten müssten sich Zeit nehmen und alles richtig machen. "Es darf keine Fehler geben!"

Zuvor hatte der US-Präsident noch behauptet, eine Vereinbarung zur Beendigung des Kriegs sei weitgehend ausgehandelt. Die Einigung beinhalte unter anderem die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus, schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform. Die letzten ‌Details des Deals ⁠würden ⁠derzeit besprochen und in Kürze bekannt gegeben.

Auch US-Außenminister Rubio verbreitet erst Hoffnung

US-Außenminister Rubio teilte bei einem Besuch in Indien mit, dass weitere Neuigkeiten im Tagesverlauf folgen könnten. Die Welt würde möglicherweise schon in den kommenden Stunden "gute Nachrichten" zu hören bekommen. Er sagte in Neu-Delhi, mit dem Abkommen würde ein "Prozess begonnen, der uns schließlich dort hinbringen wird, wohin der Präsident will, und das ist eine Welt, die sich nicht mehr vor einem Iran mit Atomwaffen fürchten oder darum sorgen muss."

Indien Neu-Delhi 2026 | US-Außenminister Marco Rubio bei Pressekonferenz mit S. Jaishankar
"Die Welt wird sich nicht mehr vor einem Iran mit Atomwaffen fürchten müssen": US-Außenminister Marco Rubio bei einer Pressekonferenz in Neu-DelhiBild: Manish Swarup/AP Photo/picture alliance

Auf Kritik an der sich abzeichnenden Einigung aus den eigenen Reihen der US-Republikaner angesprochen, sagte Rubio, die Ziele der USA seien von Beginn des Kriegs an klar gewesen. Dazu gehöre, die Marine des Irans zu "zerstören", seine Feuerkraft mit Raketen "signifikant zu verringern" und der Verteidigungsindustrie des Irans Schaden zuzufügen. Diese Ziele seien erreicht worden, betonte Rubio. 

Nur eine vorläufige Einigung

Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, der Entwurf sehe eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vor. In dieser Zeit würde die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus gebührenfrei befahrbar sein. 

Iran würde sich verpflichten, die dort verlegten Minen zu räumen - und zumindest zusagen, niemals Atomwaffen anzustreben. Im Gegenzug würden die USA die Blockade iranischer Häfen aufheben und Sanktionsausnahmen gewähren.

Oman Chasab 2026 | Schiffe vor der Straße von Hormus
Schiffe vor der Straße von HormusBild: AFP

Aus dem Entwurf gehe darüber hinaus hervor, dass der Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon beendet werden würde. Bestätigt sind die Details nicht - und der Deal würde kein abruptes Kriegsende mit dem Abzug der US-Streitkräfte bedeuten, sondern wäre eine erste Einigung auf ein Zeitfenster für weitere Verhandlungen. 

Iran sieht offenbar noch Unklarheiten

Nach Darstellung iranischer Medien gibt es noch Uneinigkeit in ein oder zwei Punkten. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf eine informierte Quelle, die Meinungsverschiedenheiten bei diesen Themen seien "aufgrund der Hindernisse seitens der USA" noch nicht endgültig geklärt. 

Ein hochrangiger iranischer Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Führung in Teheran habe einer Abgabe ​ihrer Bestände an hochangereichertem Uran nicht zugestimmt. Die Atomfrage sei auch nicht Teil des vorläufigen Abkommens. Vielmehr solle sie erst in Verhandlungen über eine endgültige Vereinbarung thematisiert werden. Trump hatte als Kriegsziel wiederholt genannt, Iran am Bau ​von Atomwaffen zu hindern.

gri/pg/se (rtr, afp, dpa, ap)

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