Erste Haftbefehle in türkischem Fußball-Wettskandal
11. November 2025
Ein Gericht in Istanbul hat im Zusammenhang mit dem Wettskandal im türkischen FußballHaftbefehle gegen acht Verdächtige erlassen. Darunter sei neben mehreren Schiedsrichtern auch der Präsident des Erstliga-Vereins Eyüpspor, Murat Özkaya, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Eyüpspor spielt seit 2024 in der Süper Lig. Der Klub hatte in seiner ersten Saison in der höchsten türkischen Liga den sechsten Platz belegt.
Elf weitere Personen seien unter Auflagen freigelassen worden, hieß es. Am Freitag hatte das Gericht die Festnahme von 21 Verdächtigen angeordnet. Ihnen wird unter anderem Amtsmissbrauch und Wettbewerbsmanipulation vorgeworfen.
Ermittlungen gegen mehr als 1000 Spieler
Der türkische Fußballverband (TFF) hatte Ende Oktober bekanntgemacht, dass über 150 Schiedsrichtern vorgeworfen werde, aktiv Wetten platziert zu haben.
Diese Referees wurden inzwischen fast alle für Zeiträume zwischen acht und zwölf Monaten suspendiert. Nach Angaben der TFF ermittelt die Disziplinarkommission des Verbands zudem gegen insgesamt 1024 Spieler, die ebenfalls vorerst suspendiert wurden.
Nationalspieler Elmali aus Kader gestrichen
Rund 900 der Verdächtigten spielten in der dritten oder vierten türkischen Liga, hießt es. 27 Spieler der Süper Lig seien betroffen, darunter auch Profis der Istanbuler Topklubs Galatasaray und Besiktas.
Namentlich genannt wurde unter anderen Nationalspieler Eren Elmali. Der Verteidiger von Galatasaray wurde wegen der Ermittlungen gegen ihn aus dem Kader der türkischen Nationalmannschaft für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Bulgarien (15. November) und in Spanien (18. November) gestrichen.
Elmali gab an, es gehe um eine einzelne Wette, die Jahre zurückliege und nicht das eigene Team betroffen habe. "Während meiner gesamten Karriere habe ich niemals gegen die ethischen Grundsätze des Fußballs, die Sportlichkeit oder die Werte meines Vereins verstoßen", schrieb der Spieler in einer Instagram-Story.