Hochwasserschäden auf Hawaii
Hawaii erlebt die schwersten Überschwemmungen seit 20 Jahren. Das Hochwasser riss Häuser und Autos mit sich, Tausenden Haushalten wurde zeitweise der Strom abgeschaltet. Die Behörden erwarten Schäden in Milliardenhöhe.

Schwere Überschwemmungen
Die von Winterstürmen durchnässten Böden im US-Bundesstaat Hawaii konnten die anhaltenden Regenfälle nicht mehr aufnehmen. Schlammiges Hochwasser überschwemmte große Teile der Nordküste der Insel Oʻahu, darunter auch die Ortschaft Waialua. Knapp 200 Menschen wurden aus den Fluten gerettet.
Ist das Schlimmste überstanden?
Pastor Glenn Duquez betritt den schlammbedeckten Boden der Kirche in Haleiwa, um die Schäden zu begutachten. Energieversorger stellten die Stromversorgung nach Abklingen des Hochwasser in weiten Teilen der Insel wieder her. Es könne noch zu vereinzelten Überschwemmungen kommen meldet Meteorologe Matthew Foster gegenüber der Presse, aber "Das Schlimmste der Stürme scheint vorbei zu sein".
Staudamm am Limit
In Waialua trieben die Fluten einen Pkw von der Fahrbahn. Winterstürme, in der Region als "Kona-Tiefs" bekannt, verursachten die sintflutartigen Regenfälle der vergangenen Wochen. Alarmiert beobachteten Experten den Wasserstand des veralteten Wahiawa Staudamms, ein marodes knapp 120 Jahre altes Bauwerk. Laut Behörden ist der Damm seit Jahrzehnten anfällig und unmittelbar "vom Versagen bedroht".
Entwarnung, aber entsetzliche Schäden
Inzwischen haben die Behörden Entwarnung gegeben: DerWahiawa Staudamm hat den Wassermassen standgehalten, und der Pegel des Reservoirs sinkt weiter. Die Evakuierungsaufforderungen für Tausende Haushalte konnten aufgehoben werden. Für die Anwohner beginnen nun die aufwendigen Aufräumarbeiten. Rotbrauner Schlamm, Autoteile und Trümmer bedecken vielerorts ihre Häuser und Grundstücke.
Verzweiflung nach verheerenden Fluten
Nachbarn trösten sich nach den verheerenden Sturzfluten gegenseitig. Anwohner, die in ihren Häusern geblieben waren, berichten von rasant steigenden Wassermassen, die in Gebäude, Garagen und Ställe eindrangen. "Es war so viel Wasser, ich kann es kaum in Worte fassen", sagte eine Farmerin, die ihr Vieh während des Hochwassers nicht allein lassen wollte.
Schwerwiegende Folgen im Surferparadies
Die Nordküste der hawaiianischen Insel Oʻahu ist für ihre legendären Surfwellen weltbekannt. Nach Angaben von Hawaiis Gouverneur Josh Green könnten sich die Kosten der Katastrophe auf mehr als eine Milliarde US‑Dollar belaufen. Betroffen sind unter anderem Flughäfen, Schulen, Straßen, Wohnhäuser und ein Krankenhaus. "Das wird für uns als Bundesstaat sehr schwerwiegende Folgen haben", sagte Green.