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KonflikteKuba

Kuba: Tote auf US-Schnellboot nach Schießerei

26. Februar 2026

Havanna spricht von einer vereitelten Terroroperation und sichergestellten Waffen. Washington prüft den Vorfall. Der tödliche Zwischenfall ereignete sich kurz nach der teilweisen Lockerung der US-Ölblockade gegen Kuba.

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Kuba Havanna 2016 | Küstenwache
Kubanische Küstenwache (Archiv)Bild: Adalberto Roque/AFP

Kubanische Grenzschützer haben nach Angaben der Regierung in Havanna mit einer tödlichen Schießerei auf offener See ein in den USA registriertes Schnellboot gestoppt. Vier der zehn Menschen an Bord seien getötet worden, die übrigen verletzt, teilte das kubanische Innenministerium mit. Auch der Kommandant des kubanischen Patrouillenboots sei bei dem Schusswechsel vor der Nordküste des Karibikstaats verletzt worden. Die Angeschossenen seien geborgen und medizinisch versorgt worden.

Den Angaben aus Kuba zufolge verfolgte die zehnköpfige Besatzung terroristische Absichten und wollte illegal in das Land eindringen. An Bord seien Waffen, Sprengsätze und Tarnuniformen entdeckt worden. Details zu den mutmaßlichen Motiven nannte die Regierung nicht. Die Ermittlungen dauerten an.

Festnahme und Schusswechsel in Territorialgewässern

Ein weiterer Verdächtiger sei auf kubanischem Boden festgenommen worden. Er habe gestanden, aus den USA "entsandt" worden zu sein, um sich an der terroristischen Operation zu beteiligen. "Alle Beteiligten sind in den Vereinigten Staaten lebende Kubaner", erklärte die Regierung in Havanna weiter. Die meisten seien bereits zuvor wegen krimineller und gewalttätiger Aktivitäten aufgefallen.

Nach Darstellung aus Havanna hatten Grenzschützer das Boot am Mittwochmorgen (Ortszeit) in kubanischen Territorialgewässern nahe Cayo Falcones entdeckt. Es habe sich bis auf etwa eine Seemeile der Provinz Villa Clara genähert. Als eine Einheit der Grenztruppen zur Identifizierung an das Boot herangefahren sei, habe die Besatzung das Feuer eröffnet.

Rubio: "Sehr ungewöhnlicher" Vorfall

In Washington reagierten Regierungsvertreter zurückhaltend. US-Vizepräsident JD Vance sagte vor Journalisten, das Weiße Haus prüfe den Vorfall. Hoffentlich sei dieser "nicht so schlimm wie wir fürchten, dass er sein könnte". Bislang lägen der US-Regierung "nicht viele Details" vor.

Auch Außenminister Marco Rubio äußerte sich während eines Besuchs in St. Kitts und Nevis. Verschiedene Teile der US-Regierung sammelten und überprüften Informationen, sagte er. Bis belastbare Erkenntnisse vorlägen, wolle er nicht spekulieren. "Es reicht zu sagen, dass es sehr ungewöhnlich ist, solche Schießereien auf offener See zu sehen", betonte Rubio. Mit Kuba sei so etwas schon lange nicht mehr passiert. US-Beamte seien jedenfalls nicht beteiligt gewesen.

Kuba: Energiekrise beeinträchtigt den Tourismus

Die US-Botschaft in Havanna versuche zu klären, ob es sich bei den Opfern um US-Staatsbürger oder Personen mit ständigem Wohnsitz in den Vereinigten Staaten handele. Nach kubanischen Angaben war das Boot im Bundesstaat Florida registriert. Auch dem gehe man nach.

Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier kündigte eine gemeinsame Untersuchung mit Bundesbehörden an. "Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen, und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte der Republikaner. Kuba liegt nur rund 145 Kilometer von der Südspitze Floridas entfernt.

Die kubanische Führung wies die Vorwürfe zurück und betonte ihr Recht auf Selbstverteidigung. "Kuba bekräftigt seinen Willen, die Territorialgewässer zu schützen, wobei die nationale Verteidigung eine grundlegende Säule für den kubanischen Staat zum Schutz seiner Souveränität und der Stabilität in der Region ist", teilte das Präsidialamt über die Plattform X mit.

USA lockern Ölblockade gegen Kuba

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund erneut verschärfter Spannungen zwischen Washington und Havanna. Unter Präsident Donald Trump erhöhen die Vereinigten Staaten wieder den Druck auf die kommunistische Führung. Seit Dezember erhielt Kuba kein Öl mehr aus Venezuela, nachdem Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus dem südamerikanischen Partnerstaat angeordnet hatte. Zudem drohte er mit Zöllen gegen Länder, die Kuba mit Öl beliefern. Daraufhin stellte unter anderem Mexiko als zuletzt größter Lieferant seine Exporte ein.

Die Blockade verschärfte die ohnehin schwere Energie- und Wirtschaftskrise auf der Insel und führte zu akuten Versorgungsengpässen. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, schränkte Schulunterricht und öffentlichen Nahverkehr ein und reduzierte Arbeitszeiten.

US-Außenminister Marco Rubio bei einem Besuch im karibischen Inselstaat St. Kitts und Nevis
US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich bei einem Besuch im karibischen Inselstaat St. Kitts und NevisBild: Jonathan Ernst/AFP

Zuletzt kündigte die US-Regierung jedoch an, den Verkauf von venezolanischem Öl an die kubanische Bevölkerung und die Privatwirtschaft wieder zu genehmigen. Nach Angaben des US-Finanzministeriums soll der Export für kommerzielle und humanitäre Zwecke erlaubt werden, während ein Teil der Sanktionen bestehen bleibt.

Parallel dazu forderte Rubio "dramatische Reformen" von der Führung in Havanna. "Kuba muss sich ändern. Es muss sich grundlegend ändern, denn das ist die einzige Chance, die es hat, die Lebensqualität seiner Bevölkerung zu verbessern", sagte er. Das System der Karibikinsel befinde sich im "Zusammenbruch". Die Regierung müsse durch Reformen "den Raum für wirtschaftliche und schließlich auch politische Freiheit für das Volk von Kuba öffnen".

pgr/se (dpa, rtr, afp)

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