Kämpfe zwischen Thailand und Kambodscha eskalieren erneut
Im Grenzstreit zwischen Thailand und Kambodscha ist es erneut zu Artillerie-Angriffen mit Toten und Verletzten gekommen. Beide Länder machen sich gegenseitig verantwortlich. Ein Blick auf die Lage in Bildern.

Erneute Eskalation
Trotz Waffenruhe ist der Grenzstreit zwischen Kambodscha und Thailand wieder aufgeflammt. Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte am Dienstag mit, seit Montag seien neun Zivilisten getötet und 20 weitere schwer verletzt worden. Auf thailändischer Seite starben offiziellen Angaben zufolge drei Soldaten, 29 Menschen wurden verletzt.
Militärischer Druck auf beiden Seiten
Der thailändische Armeesprecher Generalmajor Winthai Suvaree informiert am Montag im Hauptquartier in Bangkok über die aktuelle Lage an der Grenze zu Kambodscha. Thailands Armee kündigte einem Medienbericht zufolge an, das Militär des Nachbarstaats mit den Angriffen langfristig dezimieren zu wollen. Aus Kambodscha hieß es, man werde dem nicht untätig zusehen und sich verteidigen.
Auf der Flucht
Menschen in Siem Reap bringen ihr Hab und Gut in Sicherheit. Kambodschas einflussreicher Ex-Premier Hun Sen erklärte am Dienstag, sein Land habe sich gegen Thailand verteidigt. Zuvor hatte Phnom Penh Vergeltungsangriffe bestritten, doch auf dem Onlinedienst Facebook betonte Hun Sen, nach mehr als 24 Stunden geduldigen Abwartens sei man seit Montagabend zu Gegenmaßnahmen übergegangen.
Evakuierungen in Thailand: Friedensabkommen wackelt
Familien haben in der thailändischen Provinz Buriram Zuflucht in einer Evakuierungsstelle gesucht. Erst Ende Oktober hatten die beiden südostasiatischen Nachbarländer unter US-Vermittlung ein Abkommen geschlossen, das einen dauerhaften Frieden gewährleisten sollte. Auf beiden Seiten der Grenze wurden Anwohnende von den Behörden angesichts der jüngsten Angriffe zur Flucht aufgerufen.
Keiner will's gewesen sein
Ob die Waffenruhe noch zu retten ist, bleibt ungewiss. In der thailändischen Provinz Sa Kaeo zeigt ein Anwohner einen beschädigten Teil seines Hauses, vermutlich getroffen von Artilleriegeschossen. Beide Länder werfen sich gegenseitig vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben.
Zuflucht im Tunnel: Grenzstreit bedroht die Sicherheit
Ein buddhistischer Mönch in Thailand sucht Schutz in einem Tunnel, während der seit mehr als einem Jahrhundert schwelende Grenzstreit um unmarkierte Punkte der 817 Kilometer langen Grenze erneut aufflammt. Die Grenze war 1907 von Frankreich kartiert worden, als Kambodscha unter kolonialer Herrschaft stand.
Blutiger Erbstreit
Im Zentrum des Streits steht der jahrhundertealte Tempel Prasat Preah Vihear auf kambodschanischer Seite, der seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Sowohl der dem Hindu-Gott Shiva gewidmete Tempel als auch das umliegende Gebiet werden von Thailand und Kambodscha beansprucht.