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Marina Silva: Brasiliens Stimme für das Klima

17. Oktober 2025

Brasiliens Umweltministerin Marina Silva spricht über Klimawandel, Ölförderung im Amazonas und die Ziele der COP30 in Belém.

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Brasilien steht im Zentrum der internationalen Klimadebatte – nicht nur als Gastgeber der COP30 im Amazonasgebiet, sondern auch als Schlüsselakteur im Kampf gegen die globale Erderwärmung.

In einem exklusiven Interview spricht Umweltministerin Marina Silva über die Herausforderungen und Chancen, die mit dieser Rolle einhergehen. Sie betont, dass die COP30 ein Wendepunkt sein müsse: Nach Jahrzehnten der Verhandlungen sei nun die Umsetzung der Klimaziele entscheidend. Besonders wichtig sei die finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer – jährlich 1,3 Billionen US-Dollar sollen mobilisiert werden, um deren nachhaltige Transformation zu ermöglichen.

Zwischen Verantwortung und Realität: Finanzierung, Ölpolitik und Waldschutz

Ein zentrales Thema bleibt die Finanzierung: Silva warnt davor, dass Industrieländer ihre Verantwortung auf den Globalen Süden abwälzen. Mit dem innovativen Mechanismus „Tropical Forest Forever Facility“ will Brasilien private Mittel für den Schutz tropischer Wälder weltweit mobilisieren – ein Modell, das sowohl Biodiversität schützt als auch lokale Gemeinschaften stärkt. Gleichzeitig verteidigt Silva Brasiliens komplexe Position als Ölproduzent. Sie verweist auf den globalen Kontext und fordert einen internationalen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien, der sowohl Produzenten als auch Konsumenten in die Pflicht nimmt.

Klimaschutz mit Schattenseiten: Brasiliens doppelte Realität

Trotz Widersprüchen – etwa der geplanten Ölförderung an der Äquatorialküste – zeigt Brasilien laut Silva klare Ambitionen: Null Abholzung bis 2030, massive Emissionssenkung bis 2035 und Investitionen in grüne Technologien wie Wasserstoff und Biokraftstoffe. Die Ministerin hebt hervor, dass Brasilien bereits 90 % seines Stroms aus sauberen Quellenbezieht. Mit verstärkten Kontrollmaßnahmen konnte die Abholzung im Amazonas um 46 % gesenkt werden. Doch die Bedrohung durch Waldbrände bleibt – ein globales Problem, das kollektives Handeln erfordert.