Olympia: Schmid und Draisaitl Fahnenträger für Deutschland
5. Februar 2026
"Ich freue mich mega-mega, dass ich für Deutschland die Fahne tragen darf", sagte Skispringerin Katharina Schmid, nachdem sie erfahren hatte, dass sie an diesem Freitag bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo die deutsche Fahne tragen darf.
"Bei meinen vierten und letzten Olympischen Spielen ist es mir eine Wahnsinnsehre. Ich freue mich einfach riesig. Ich versuche, alles aufzusaugen, mitzunehmen und das richtig zu feiern", so Schmid.
Auch Eishockey-Star Leon Draisaitl fühlt sich nach eigenen Worten "total geehrt". Es bedeute ihm "unfassbar viel", sagte Draisaitl, der erstmals an Olympischen Spielen teilnimmt. "Ich kann es kaum erwarten. Ich freue mich schon seit Monaten wie ein kleines Kind drauf. Das ist jetzt das i-Tüpfelchen für mich."
Draisaitl wird mit der deutschen Fahne bei der zentralen Eröffnungszeremonie in Mailand einlaufen, Schmid bei einer zeitgleichen Feier am Wettkampfort Predazzo. Auch in Cortina und Livigno gibt es parallel Nationenparaden. Damit soll trotz der räumlichen Trennung ein gemeinschaftliches Erlebnis geschaffen werden.
Hohe Beteiligung bei Online-Abstimmung
Die Mitglieder des deutschen Olympiateams hatten über die Fahnenträger abgestimmt, außerdem rund 135.000 Olympia-Fans bei einer Online-Wahl. Das sind deutlich mehr als vor den Winterspielen in Peking vor vier Jahren, als sich 120.000 Menschen an der Abstimmung beteiligt hatten.
Schmid setzte sich vor Bob-Pilotin Laura Nolte und Snowboarderin Ramona Hofmeister durch, Draisaitl vor dem Nordischen Kombinierer Johannes Rydzek und Rodler Tobias Wendl.
Katharina Schmid: Zweimal olympisches Silber
Katharina Schmid debütierte in der Saison 2011/12 als 15-Jährige im Weltcup, damals noch unter ihrem Geburtsnamen Althaus. Sie sammelte in ihrer langen Karriere insgesamt sieben WM-Titel und war auch dabei, als die Skispringerinnen 2014 in Sotschi erstmals bei Olympia starteten. 2018 in Pyeongchang und vier Jahre später in Peking gewann Schmid jeweils Silber im Einzel.
Mit der Schanze der Winterspiele 2022 in Zhangjiakou wird die 29-Jährige aber auch immer einen ihrer bittersten Karrieremomente verbinden. Im Mixed-Teamspringen wurde sie wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzugs disqualifiziert. Das deutsche Team hatte dadurch keine Medaillenchance mehr.
Kämpferin für Gleichberechtigung im Skispringen
Schmid kämpfte stets für Gleichberechtigung auf den Schanzen. Dichtere Wettkampfkalender, ein aufgestocktes Programm bei WM und Olympia sowie größere mediale Aufmerksamkeit für die Skispringerinnen waren wichtige Schritte auf dem Weg dorthin.
Die bevorstehende Premiere ihrer Kolleginnen bei der nächsten Vierschanzentournee wird die Allgäuerin, die seit 2023 mit Patrick Schmid, dem Bruder des nordischen Kombiniers Julian Schmid, verheiratet ist, dagegen nur noch als Zuschauerin erleben. Kurz nach Weihnachten verkündete die 29-Jährige ihr Karriereende in diesem Frühjahr.
Leon Draisaitl: Superstar im Eishockey-Mutterland
Leon Draisaitl genießt im Eishockey-Mutterland Kanada, wo er seit 2014 spielt, den Status eines Superstars. Als Stürmer der Edmonton Oilers wurde er bereits wertvollster Spieler (MVP), bester Scorer und Torschützenkönig der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL. Lediglich ein NHL-Meistertitel war ihm trotz zweier Finalteilnahmen - 2024 und 2025 - bisher nicht vergönnt. 2020 wurde Draisaitl zu Deutschlands Sportler des Jahres gekürt.
Aktuell ist er mit einem Vertrag, der ihm über acht Jahre ein Einkommen von 112 Millionen US-Dollar sichert, der weltweit bestbezahlte Eishockey-Spieler. Dass der 30-Jährige erst jetzt sein Olympia-Debüt feiert, liegt daran, dass die NHL normalerweise während der Winterspiele weiterläuft und die Klubs deswegen ihre Stars nicht freigibt.
Diesmal pausiert die beste Liga der Welt wegen Olympia vom 6. bis zum 24. Februar. Es ist das erste Mal seit 2014, dass die NHL-Stars wieder um olympische Medaillen kämpfen können.