Weitere Opfer und Festnahmen nach Großbrand in Hongkong
1. Dezember 2025
Die Zahl der Todesopfer nach dem Großbrand einer Wohnanlage in Hongkong ist auf 151 gestiegen. Wie die Behörden in der chinesischen Sonderverwaltungsregion mitteilten, wurden weitere Leichen gefunden. Zudem würden noch 40 Menschen vermisst.
Möglicherweise würden nicht alle Leichen gefunden werden, da sie vollständig verbrannt sein könnten, sagte Polizeisprecher Tsung Shuk Yin. Die sieben Hochhäuser der Wohnanlage Wang Fuk Court werden weiter durchsucht. Die Zahl der Verletzten wurde zuletzt auf 79 beziffert.
Im Zusammenhang mit dem Großbrand wurden mittlerweile 13 Personen festgenommen. Ihnen wird nach offiziellen Angaben Totschlag vorgeworfen. Die Verwendung minderwertiger Materialien bei der Sanierung der Hochhausblöcke habe den Brand offenbar angefacht.
Gerüstnetze entsprachen nicht den Standards
Für die Renovierungsarbeiten waren die Gebäude in Bambusgerüste sowie grüne Netze gehüllt und mit einer Schaumstoffdämmung versehen. Tests an mehreren Proben des Netzes hätten ergeben, dass es nicht den Brandschutzstandards entsprach, teilten die mit den Untersuchungen betrauten Personen auf einer Pressekonferenz mit.
Laut dem Sekretär der Sicherheitsbehörde, Chris Tang, besteht der Verdacht, dass die minderwertigen Netze untergemischt wurden, da Proben an leicht zugänglichen Stellen den Normen entsprachen, an schwer zugänglichen hingegen nicht.
Die von den Bauunternehmen verwendeten Schaumstoffisolierungen sollen die Flammen zusätzlich angefacht haben. Zudem funktionierten offenbar die Feuermelder in dem Komplex nicht ordnungsgemäß. Kurz nach Ausbruch des Brandes war zunächst spekuliert worden, die Bambusgerüste selbst hätten die Ausbreitung des Feuers begünstigt.
China will unliebsame Kritik bestrafen
China warnte die Hongkonger unterdessen davor, die Katastrophe für regierungskritische Demonstrationen zu nutzen. "Ganz gleich, welche Methoden sie anwenden, sie werden zur Rechenschaft gezogen und streng bestraft", teilte Chinas nationales Sicherheitsbüro am Wochenende mit.
Hongkongs Sicherheitschef Chris Tang sagte zudem, es würden "angemessene Maßnahmen" gegen "unzutreffende Online-Kommentare" über die Brandkatastrophe ergriffen. Örtlichen Medien zufolge wurden drei Menschen unter dem Vorwurf der Aufwiegelung festgenommen, darunter ein Unterstützer einer Petition für eine genauere Untersuchung des Unglücks.
Im Internet seien "unzutreffende Kommentare" verbreitet worden mit dem einzigen Ziel, "die nationale Sicherheit zu bedrohen", sagte Tang vor Journalisten. "Als Konsequenz müssen wir angemessene Maßnahmen ergreifen, darunter polizeiliche Maßnahmen." Details könne er nicht nennen, da die Verfahren die "nationale Sicherheit" beträfen.
Das Feuer war am Mittwoch vergangener Woche ausgebrochen. Es hatte sich rasch auf sieben der acht 32-stöckigen Blöcke des Komplexes Wang Fuk Court ausgebreitet. Dort lebten mehr als 4000 Menschen.
gri/pgr (rtr, dpa, afp)
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