Eiszeit an der Ostsee
Eis, soweit das Auge reicht: Dauerfrost und eisiger Ostwind haben weite Teile der Ostseeküste in Deutschland und Polen gefrieren lassen und ein Winterwunderland geschaffen. Doch das Wetter bereitet auch Probleme.

Funkelnde Eiszapfen am Leuchtturm in Sassnitz
Winterzauber an der Ostseeküste: Eine Kombination aus frostigen Temperaturen, scharfem Ostwind und etwas Schneefall sorgt in Norddeutschland derzeit für beeindruckende Naturschauspiele. Besonders im Bereich der Insel Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern türmen sich Eisschollen - und das Molenfeuer der Hafenstadt Sassnitz ist von Eiszapfen umhüllt.
Gefangen in Packeis
Sellin vom Eis umschlossen: Rund um Rügens längste Seebrücke ist das Meer komplett gefroren. Die Eis-Lage wird vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) überwacht. Die Experten melden für die Küste vor Deutschlands größter Insel: 25 Zentimeter dickes, sehr dichtes Eis.
Arktis oder Ostsee?
Am Greifswalder Bodden zwischen Rügen und Usedom hat der scharfe Ostwind Eisschollen zu Eisbergen aufgetürmt, die mehrere Meter hoch sind. Arktis-Vergleiche sind jetzt öfter in Sachen Ostsee zu hören: Er sei schon in Grönland und Island gewesen, sagte der Rügener Gerald Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. "Da sieht das auch so ähnlich aus."
"Görmitz": Hoffnung für Hiddensee
Das Winterwetter bereitet aber nicht nur Freude: Erst fiel die Hiddensee-Fähre "Vitte" aus, weil sie vom Eis beschädigt war, nach der Reparatur kam das Schiff tagelang wegen schwieriger Wetterbedingungen nicht zum Einsatz. Urlauber und Einwohner saßen weiter auf der Insel fest. Am Freitagmorgen fuhr nun der Eisbrecher "Görmitz" der Fähre voraus, damit sie den Hafen von Hiddensee erreichen kann.
Eisiger Spaziergang
Winterwanderung mal anders: Spaziergänger laufen bei Prerow an Mecklenburg-Vorpommerns Küste über die gefrorene Ostsee. Zuletzt gab es 2011 eisige Temperaturen und starkes Packeis an und auf dem Binnenmeer. Das letzte Mal war hier die Ostsee im Winter 1986/87 fast vollständig zugefroren. Damals gab es Eisstärken von bis zu 120 Zentimetern.
Frostiges Vergnügen
Ein wahrhaftiger Sprung ins kalte Wasser: Surfer an einer vereisten Seebrücke am Timmendorfer Strand. Hier im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein ist das Meer größtenteils eisfrei. An den wenigen gefrorenen Abschnitten ist die Eisdecke nicht stabil: Im Kreis Ostholstein brachen mehrere Menschen ein. Behörden warnen davor, hier die gefrorene Ostsee zu betreten.
Schuppiger Strand
Auch die polnische Ostseeküste erlebt einen sehr strengen Winter: Riesige Eisschollen bedecken den Strand in der Nähe von Mikoszewo (Nickelswalde). Der Ort erlebt derzeit einen Besucheransturm: Einheimische und Touristen strömen an den Strand, um das Naturschauspiel zu bestaunen.
Klirrend kalte Kulisse
Einmalige Chance: Musiker haben ein Schlagzeug auf dem zugefrorenen Meer an der polnischen Küste aufgebaut und drehen ein Musikvideo. Besonders in der Putziger Bucht und am Frischen Haff haben sich dichte Eisfelder gebildet.
Winterliche Weichsel
Nicht nur das Meer, auch die Flüsse sind gefroren: Menschen vergnügen sich auf der vereisten Weichselmündung an der Danziger Bucht in Nordpolen. Hier ist es oftmals sehr kalt, aber nicht immer mit so spektakulären Folgen: "Es lohnt sich herzukommen. Das Phänomen beobachten wir in Polen zwar recht häufig, aber nicht in diesem Ausmaß", sagte ein Tourist der Nachrichtenagentur AFP.
Kühle Aussichten
Im Binnenland in Deutschlands Nordosten dominieren ebenfalls Eis und Schnee. Auf der Spree in Berlin kann man spazieren. Gefrierender Regen legte am Freitag in der Hauptstadt den Flugbetrieb am Airport BER lahm. Auch der Verkehr in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war schwer beeinträchtigt, es kam zu vielen Unfällen. Für die kommenden Tage sind weiterhin frostige Temperaturen vorhergesagt.