Olympia: Ausschreitungen bei Protest gegen Winterspiele
8. Februar 2026
Bei einer Demonstration am Rande der Olympischen Winterspiele ist es in Mailand zu Krawallen gekommen. Nach einem Protestmarsch Tausender Menschen in Richtung des olympischen Dorfes warfen einige Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab sechs Festnahmen.
Protest gegen Anwesenheit von ICE-Beamten
Der Protest richtete sich gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo, aber auch gegen hohe Wohnkosten und Umweltbelastungen. Die Polizei sprach von etwa 3000 Teilnehmern. Nach anderen Schätzungen waren es etwa 5000.
Bei dem Demonstrationszug waren - wie bei früheren Märschen - wieder Plakate wie "ICE out" ("ICE raus") oder "ICE=SS" zu sehen. Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden. In der US-Delegation sollen sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern.
Italiens rechtsgerichtete Regierung betonte mehrfach, dass die ICE-Angehörigen auf den Straßen nicht zum Einsatz kämen. Insgesamt werden rund um die Spiele mehr als 6000 italienische Sicherheitskräfte eingesetzt. Vor einer Woche waren bei einer Kundgebung von Autonomen in der früheren Olympiastadt Turin mehr als 100 Menschen verletzt worden.
Meloni: Demonstranten sind "Feinde Italiens"
Nach den Krawallen übte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni scharfe Kritik. Beteiligte an den Ausschreitungen nannte sie in den sozialen Medien "Feinde Italiens und der Italiener". Sie sorgten dafür, dass die Bilder der Krawalle "im Fernsehen auf der halben Welt" gezeigt werden, schrieb die Regierungschefin und stellte einen Beitrag des US-Senders Fox dazu.
Meloni erwähnte auch einen Vorfall auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn im Norden des Landes. An drei Stellen des Netzes waren am Samstag Beschädigungen entdeckt worden, was für erhebliche Probleme im Bahnverkehr sorgte. Ermittler schließen nicht aus, dass es sich dabei - wie zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris - um Sabotageakte handeln könnte.
pg/wa (dpa, rtr, afp)