Sechs bis acht Jahre für Militär-Reform in Serbien-Montenegro vorgesehen
25. März 2003Belgrad, 25.3.2003, GLAS JAVNOSTI, serb.
Eine starke, professionelle und moderne Armee von Serbien und Montenegro möchten die jetzige Regierung und die Armee, aber auch die Bürger dieses Staates. Als kürzlich der Ministerrat der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro konstituiert wurde, kündigte der neue Verteidigungsminister Boris Tadic aus diesem Anlass an, die Armee erwarte ein grundlegender Wandel. Tadic sagte, "die Armee wird auf die Staatengemeinschaft und ihre Umgebung zugeschnitten. Und zu den Priorität gehört die Aufnahme in das Programm Partnerschaft für den Frieden. Den Streitkräften steht ferner eine Modernisierung einhergehend mit der notwendigen parlamentarischen Kontrolle bevor".
Minister Tadic zufolge gehört zu den weiteren Prioritäten, dass dringend eine Militärstrategie und –doktrin verabschiedet werden muss. Denn ohne eine entsprechende Grundlage und Orientierung unseres Landes könne mit der Militärreform nicht begonnen werden. Seiner Ansicht nach benötigt eine Reform der Streitkräfte zwischen sechs und acht Jahre.
Einer der ersten Schritte des neuen Obersten Verteidigungsrates war bereits nach drei Tagen, den bisherigen Leiter der Sicherheitsbehörde, General-Major Aca Tomic, zu entlassen. Der Mitarbeiter des Zentrums für zivil-militärische Beziehungen in Belgrad, Oberst im Ruhestand Milorad Timotic, hat unserem Blatt gegenüber erklärt, es sei gut, dass die Initiative für den Reformprozess der Streitkräfte von der politischen Ebene ausgehe. Denn die Praxis habe gezeigt, dass Reformen erfolglos seien, wenn sie von dieser Institution [der Armee] ausgehen. "Zunächst ist es notwendig, ein nationales Strategiekonzept zu verabschieden. Damit wären die nationalen und staatlichen Interessen definiert (...). Aufgrund dieses Konzepts können dann der Generalstab und das Verteidigungsministerium eine Verteidigungsstrategie ausarbeiten und sie dem Parlament der Staatenunion vorschlagen. Es sollte darauf eingehen, wie wir die territoriale Integrität und Souveränität des Landes unter den modernen Gegebenheiten in der Region wahren können, weil sie bedeutend anders sind als vor 20 Jahren. Ferner sollte eine Strategie zeigen, in welchem Maße wir uns einer regionalen Verteidigung anschließen werden; und schließlich müssten wir noch unsere Beziehungen zur NATO definieren. In einer dritten Phase sollte dann eine Verteidigungsdoktrin – also der Einsatz der Streitkräfte usw. – ausgearbeitet werden", so Timotic. (...) (md)