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KonflikteSudan

Sudan: Viele Tote nach Angriff auf ein Krankenhaus

22. März 2026

Im Sudan bekämpfen sich seit drei Jahren die sudanesische Armee und die Miliz Rapid Support Forces. Beide Seiten beschuldigen sich immer wieder, zivile Gebäude anzugreifen.

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Bick auf viele Soldaten in Aufstellung
Trainingscamp der sudanesischen Armee - sie wird für den Angriff verantwortlich gemacht.Bild: Ebrahim Hamid/AFP/Getty Images

Bei dem Angriff auf das Krankenhaus in Al-Daein sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 64 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern befänden sich auch 13 Kinder, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus im Onlinedienst X mit. Dabei seien "schwere Waffen" zum Einsatz gekommen. Es wurden Tedros zufolge zudem 89 Menschen verletzt.

Der Angriff habe die Pädiatrie- und Geburtenabteilung sowie die Notaufnahme des Krankenhauses beschädigt. Aufgrund der "schweren Schäden" sei das Krankenhaus nun nicht mehr funktionsfähig, teilte die WHO mit. Dies habe zu einer "kritischen Unterbrechung wesentlicher medizinischer Dienste" geführt.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Die Organisation Emergency Lawyers, die Verbrechen in dem seit fast drei Jahren andauernden Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) dokumentiert, sprach von einem Drohnenangriff der sudanesischen Armee. Al-Daein, die Hauptstadt des von der RSF-Miliz kontrollierten Bundesstaats Ost-Darfur, wird immer wieder von der sudanesischen Armee angegriffen. Bereits in diesem Monat gab es einen Angriff auf den Markt der Stadt, der ein Feuer verursachte, das mehrere Stunden lang nicht gelöscht werden konnte.

Die RSF macht das Militär für den Angriff auf das Krankenhaus verantwortlich. Die Armee bestreitet den Angriff, doch zwei Militärbeamte erklärten anonym, der Schlag habe eigentlich einer nahegelegenen Polizeistation gegolten. Sie dürften jedoch nicht öffentlich über den Vorfall sprechen.

Kombobild Abdel Fattah al-Burhan & Mohammed Hamdan Daglo
Die beiden Gegenspieler im Sudan-Konflikt: Abdel Fattah al-Burhan und Mohammed Hamdan DagloBild: SNA/IMAGO/Mahmoud Hjaj/IMAGO

Ruf nach Deeskalation

In dem Konflikt liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen erbitterten Machtkampf. Die Kämpfe halten seit April 2023 an und haben sich in den vergangenen Monaten intensiviert - dabei wurden wiederholt Drohnen eingesetzt, die bewohnte Gebiete, Schulen und Krankenhäuser trafen.

Seit Beginn des Krieges wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 2036 Menschen bei 213 Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen getötet. "Das Gesundheitswesen sollte niemals ein Ziel sein", erklärte WHO-Chef Tedros und fügte hinzu. "Genug Blut wurde vergossen. Genug Leid wurde verursacht. Die Zeit ist gekommen, den Konflikt im Sudan zu deeskalieren."

fab/AR (afp, AP)