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KonflikteNahost

Iran-Krieg: Trump nennt NATO-Partner "Feiglinge"

21. März 2026

US-Präsident Donald Trump gibt sich im Iran-Krieg siegesgewiss, fordert aber weiter Hilfe der Verbündeten. Das Regime in Teheran droht Armeeangehörigen der USA und Israels höchst persönlich.

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USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump im Gespräch mit Reportern vor dem Weißen Haus 820.03.2026)
US-Präsident Trump: "Einfach und mit nur geringem Risiko verbunden"Bild: CNP/AdMedia/IMAGO

Der US-Präsident hat mal wieder zum Handy gegriffen und über seinen Social-Media-Kanal Botschaften an den Iran geschickt, aber auch an den Rest der Welt. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen, ließ Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social verlauten.

Dazu zählte er die Zerstörung der Raketenkapazitäten und Verteidigungsindustrie des Irans sowie die Ausschaltung der iranischen Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme. Zudem gehe es darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Ein weiteres Ziel sei der Schutz der Verbündeten im Nahen Osten.

Allerdings hatte der 79-Jährige den Krieg schon vor knapp zwei Wochen als "so gut wie beendet" und "kurzen Ausflug" bezeichnet. Zudem gibt es Meldungen über eine Verstärkung des US-Militärs in der Region und offenbar Überlegungen in Washington, doch Bodentruppen im Iran einzusetzen.

Auf große Unterstützung aus anderen Ländern in der aktuellen Situation können die USA aber weiter nicht setzen. Mehrere Staaten sagten zwar angemessene Bemühungen zu, um den Öl-Transport aus dem Persischen Golf wieder zu ermöglichen - Deutschland und Frankreich forderten jedoch zunächst ein Ende der Kämpfe.

Trump: "Andere müssen Straße von Hormus sichern"

In seinen Social-Media-Botschaften bezeichnete Trump die NATO-Verbündeten deshalb nun als "Feiglinge", weil sie den USA nicht bei der Sicherung der Straße von Hormus geholfen hätten. Der Schiffsverkehr in dem für den Welthandel sehr wichtigen Nadelöhr ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.

Ohne die USA sei die NATO ein zahnloser Tiger, setzte Trump seine Tirade auf Truth Social fort. Jetzt, da der Kampf militärisch "GEWONNEN" sei, schrieb der Republikaner wie so oft plakativ in Großbuchstaben, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. "Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!", polterte Trump in seinem Post weiter.

Eskalation am Golf: Zieht Trump die NATO in den Iran-Krieg?

Andere Länder müssten die für den Ölmarkt bedeutende Meerenge schützen, so der US-Präsident. Wenn darum gebeten, würden die USA ihnen dabei helfen. "Aber das sollte nicht mehr nötig sein, sobald die Bedrohung durch den Iran beseitigt ist". Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, an diesem Wochenende mit Trump sprechen zu wollen.

US-Militär verstärkt Angriffe

Wie US-Medien melden, verstärkt das US-Militär seine Luftangriffe in der Meerenge, um die Straße von Hormus freizubekommen. Die Hauptstadt Teheran lag ebenfalls unter Beschuss.

Iran Teheran 2026 | Im Häusermeer von Teheran ist eine Rauchsäule infolge von Luftangriffen zu sehen (21.03.2026)
Aufsteigender Rauch nach einem Angriff auf TeheranBild: Fatemeh Bahrami/Anadolu/IMAGO

Die USA und Israel haben iranischen Staatsmedien zufolge zudem die Atomanlage Natans im Zentraliran erneut unter Beschuss genommen. Die rund 250 Kilometer südlich von Teheran gelegene Einrichtung sei am Samstagmorgen Ziel US-israelischer Luftangriffe geworden, meldet die iranische Atomenergiebehörde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. In dem Gebiet sei "kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet" worden.

Auch die iranischen Streitkräfte setzen ihre Attacken fort. In der Nacht und am Samstagmorgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit.

Es gibt Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten. In der Großstadt Rischon Lezion südöstlich von Tel Aviv wurde ein Kindergarten getroffen.

Israel Rischon LeZion 2026 | Ein Mann inspiziert einen stark zerstörten Raum in einem Kindergarten (21.03.2026)
Zerstörungen in einem Kindergarten in Rischon LezionBild: Ilia Yefimovich/AFP

Der Iran hat US-Medienberichten zufolge zudem einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln angegriffen. Die Basis liegt mitten im Indischen Ozean gut 4000 Kilometer vom Iran entfernt. Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das "Wall Street Journal" und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichten.

Diplomatie und neue Drohungen

Unterschiedliche Signale kommen zur Zeit aus Teheran: Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet, zeigt sich der Iran dazu bereit, Schiffe mit Bezug zu Japan durch die Straße von Hormus fahren zu lassen. Das ostasiatische Land bezieht etwa 90 Prozent seiner Öllieferungen über den Seeweg vor der iranischen Küste.

Iran Teheran 2026 | Abbas Araghtschi bei wöchentlicher Pressekonferenz (16.03.2026)
Außenminister Araghtschi: "Straße von Hormus nicht vom Iran gesperrt"Bild: Sha Dati/Xinhua/IMAGO

Irans Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte in einem Kyodo-Interview, sein Land habe die Straße von Hormus nicht gesperrt. Der Iran sei bereit, Ländern wie Japan eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten, sofern sie sich mit der Regierung in Teheran abstimmen.

Man habe entsprechende Gespräche mit der Regierung in Tokio aufgenommen, darunter auch mit Außenminister Toshimitsu Motegi, sagte Aragtschi. Zugleich wird der Außenminister mit den Worten zitiert, dass der Iran "keinen Waffenstillstand, sondern ein vollständiges, umfassendes und dauerhaftes Ende des Kriegs" anstrebe.

Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, drohte bereits politischen wie militärischen Gegnern mit weltweiter Verfolgung. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim meldet, sagte Schekartschi, Verantwortliche, Kommandeure, Piloten und Soldaten stünden unter Beobachtung. Fortan würden für sie weltweit Ausflugsziele, Erholungsgebiete sowie touristische Zentren nicht mehr sicher sein.

AR/pgr (dpa, rtr, afp)

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