Papst Leo feiert erstmals Ostermesse auf Petersplatz
5. April 2026
Es ist Ostern, das höchste Fest der Christenheit und die Sonne strahlt über Italiens Hauptstadt Rom. Es sind 20 Grad Celsius, der Petersplatz im Vatikan ist geschmückt mit 70.000 bunten Blumen aus den Niederlanden. Im Zentrum ein schlichter Altar unter einem Baldachin, davor ein prächtiger weißer Stuhl mit goldenen Beinen. Zehntausende Gläubige und Neugierige haben sich auf dem Platz versammelt.
Denn es gibt eine Premiere: Die Messe zelebriert erstmals der US-Amerikaner Robert Francis Prevost - seit Mai besser bekannt als Papst Leo XIV.
An seinem ersten Osterfest als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche rief Leo an diesem Sonntag zur Hoffnung auf. Die Abgründe des Todes lauerten überall, sagte er in seiner Predigt. Man begegne ihnen in der Gewalt, in den Wunden der Welt, in dem Schmerzensschrei, der von überall her aufsteige, machte der Papst deutlich.
Man finde den Tod in der Unterdrückung der Schwächsten, angesichts der Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert, angesichts der Gewalt des Krieges, der tötet und zerstört. Oft scheine es, als existiere Gott nicht, gab sich Leo grüblerisch.
Die Welt sei gerade dabei, sich an Gewalt zu gewöhnen. "Wir finden uns damit ab und werden gleichgültig", warnte Leo.
"Es ist aber auch gewiss, dass mitten in der Dunkelheit immer etwas Neues aufkeimt, das früher oder später Frucht bringt", so das Kirchenoberhaupt. Das Osterfest lade dazu ein, den Blick zu erheben und die Herzen zu öffnen.
Friedensappell bei Osteransprache
Und so nutzt der Papst seine Osteransprache für einen Friedensappell: "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!", forderte Leo. Frieden werde nicht mit Gewalt erzwungen, sondern durch Dialog, "nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen".
Szenenwechsel samt anderer Soutane dann am Mittag. Auf die feierliche Messe folgten ab 12 Uhr von der Mittelloggia des Petersdoms der Papstsegen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) und Leos Ostergrüße in verschiedenen Sprachen.
"Wir dürfen nicht länger gleichgültig bleiben! Und wir dürfen uns nicht mit dem Bösen abfinden!", appellierte der Papst nochmals bei seiner Segensansprache an die Besucher auf dem Petersplatz und die Zuhörer in aller Welt.
AR/se (kna, epd, dpa)
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