1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Weltweite Lebenserwartung: Menschen werden wieder älter

12. Oktober 2025

Nach der Corona-Pandemie ist die globale Lebenserwartung gestiegen. Regional gibt es allerdings nach wie vor große Unterschiede.

https://p.dw.com/p/51qq4
Deutschland Norddeich 2025 | Ältere Frau und jüngerer Mann bei Sonnenuntergang
Länger leben, mehr gemeinsame Momente: Die Lebenserwartung nimmt zuBild: Matthias Balk/dpa/picture alliance

Die weltweite Lebenserwartung ist auf das Niveau vor der Corona-Pandemie zurückgekehrt: Sie liegt bei 76,3 Jahren für Frauen und 71,5 Jahren für Männer, wie aus einer im Fachjournal "The Lancet" veröffentlichten Studienreihe hervorgeht.

"Das rasante Wachstum der alternden Weltbevölkerung und die sich wandelnden Risikofaktoren haben eine neue Ära globaler Gesundheitsherausforderungen eingeläutet", erklärte Christopher Murray von der University of Washington in Seattle. Insgesamt wertete sein Team mehr als 300.000 Datenquellen aus. Auf Basis der Daten wurden für das Jahr 2023 dann Schätzungen für 204 Staaten und Territorien vorgenommen.

Seit 1950 stieg die Lebenserwartung für Frauen und für Männer demnach um jeweils mehr als 20 Jahre. Bis 2050 dürften Männer laut einer Prognose im Schnitt fast fünf weitere Lebensjahre hinzugewinnen, Frauen gut vier Jahre - der positive Trend wird sich also voraussichtlich fortsetzen.

Wohlhabende überleben Arme

Die Lebenserwartung ist allerdings in verschiedenen Weltregionen sehr unterschiedlich - die Spanne reicht (bezogen auf beide Geschlechter) von etwa 83 Jahren in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen bis lediglich 62 Jahren in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. In Deutschland beträgt sie 83,5 Jahre für Frauen und 78,9 Jahre für Männer (Daten von 2024).

Während die Sterblichkeitsraten allgemein rückläufig sind, gingen sie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Nord- und Südamerika nach oben, hauptsächlich wegen Suizids sowie Drogen- und Alkoholkonsums. Global gesehen sind die häufigsten Todesursachen - wie bereits vor der Corona-Pandemie - Durchblutungsstörungen am Herzen, Schlaganfälle und die Lungenkrankheit COPD.

USA Seattle 2025 | Drogenabhängiger Mann
Zunehmendes Problem in den USA: Drogenabhängige, die Fentanyl, Crack oder Crystal Meth konsumierenBild: Teun Voeten/Sipa USA/picture alliance

Risikofaktoren im Blick 

Die Forscher betrachteten nicht nur Todesfälle, sondern auch die Jahre, die Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen leben. Zusammen mit den verlorenen Jahren durch vorzeitigen Tod ergeben diese die sogenannten DALYs (Disability-Adjusted Life Years). Zwischen 1990 und 2023 sank die Belastung durch Krankheiten und Behinderungen, gemessen an DALYs pro Einwohner, um 36 Prozent.

Außerdem untersuchte das Murray-Team 88 Faktoren, die auf Krankheiten Einfluss nehmen können, denn fast die Hälfte der DALYs waren auf solche Faktoren zurückzuführen. Die Risikofaktoren mit dem höchsten DALYs-Anteil waren 2023 demnach: hoher Blutdruck, Feinstaubbelastung, Rauchen, hoher Blutzuckerspiegel, niedriges Geburtsgewicht, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) und ein hoher LDL-Cholesterinspiegel.

wa/pgr (dpa, Destatis)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen