1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

WTO: Mehr Handel als Ausweg aus der Pandemie

23. März 2021

Ärmere Länder können laut der Welthandelsorganisation mit mehr Handel schneller aus der Corona-Krise kommen. Dafür benötige es finanzielle Anreize - so wie beispielsweise den Abbau von Zöllen.

https://p.dw.com/p/3r0nO
Äthiopien Adama | Welt ohne Hunger | Traditionelle Weizenernte
Bild: Stefan Trappe/Imago Images

Zu Beginn der Pandemie war es kaum zu überhören: Der Abgesang auf die Globalisierung. Gestörte Lieferketten, radikale Shutdowns und gesperrte Grenzen waren eine erste Reaktion auf die Corona-Krise und stellten die weltweite Arbeitsteilung und Handel auf den Prüfstand.

Doch gerade der Handel könnte eine Chance für Entwicklungsländer sein, um schneller aus dem ökonomischen Tal der Pandemie zu kommen. So zumindest sieht es die neue Chefin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala.

Infografik Direktinvestitionen im Vergleich 2019/2020 DE

Okonjo-Iweala fordert Programme, die Entwicklungsländern dabei helfen, Handelswege zu öffnen, gerade jetzt finanziell zu stärken. Während der Krise seien die ärmsten Länder besonders hart getroffen gewesen. Bei ihnen sei der Handel im vergangenen Jahr noch stärker eingebrochen als im weltweiten Durchschnitt. Auch ausländische Direktinvestitionen in Entwicklungsländer sind im vergangenen Jahr zurückgegangen (siehe Grafik). 

Handel als Motor des Wachstums

Budgets für internationale Entwicklungshilfe seien verständlicherweise unter Druck, sagte Okonjo-Iweala. "Aber Handelshilfen haben in der Vergangenheit Riesenwirkung gehabt", sagte sie.

Gemeinsam in die Erholung von der Krise zu investieren sei nicht nur moralisch richtig sondern auch wirtschaftlich im Eigeninteresse der reicheren Länder. "Wir können es uns nicht leisten, dies nicht zu tun", sagte sie. Das unterstrich auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva bei einem digitalen Treffen zwischen WTO und mehreren internationalen Organisationen. Handel schaffe Arbeitsplätze, helfe Familien aus der Armut und hebe den Lebensstandard.

Ngozi Okonjo-Iweala | neue WTO-Chefin
Seit Kurzem an der Spitze der WTO - Ngozi Okonjo-IwealaBild: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa/picture alliance

"Handel muss wieder der Motor des Wachstums werden", so Georgieva. Der Chef der Weltbank, David Malpass, forderte einen Abbau von Handelsbarrieren: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Reduzierung von Zöllen und den Abbau von regulatorischen Beschränkungen." Malpass kündigte auch an, dass die Weltbank bis Ende April Impfstoffprogramme im Umfang von zwei Milliarden Dollar in 30 Ländern haben wird. In diesem Zusammenhang äußerte sich die WTO-Chefin Okonjo-Iweala enttäuscht über die Exportgenehmigungsregelung der Europäischen Union für COVID-19-Impfstoffe. Die EU hatte erklärt, zunächst keine zusätzlichen Impfstoffe für Entwicklungsländer bereitzustellen.

Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría betonte beim virtuellen Treffen die Bedeutung von Handel. Er sei der Klebstoff, der die Welt zusammenhalte, meinte Gurría. Die Krise habe gezeigt, wie wichtig der digitale Anschluss an den Rest der Welt sei, um in Kontakt zu bleiben, Unterricht durchzuführen und Geschäfte zu machen. Dieser Zugang müsse ausgebaut werden.

nm/hb (rtr, dpa)