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Sonde zu bedrohlichem Asteroiden unterwegs

9. September 2016

Es dauert noch 150 Jahre. Doch dann könnte Kleinstplanet Bennu der Erde gefährlich nahe kommen - Grund genug, diesen Risiko-Kandidaten im All näher zu untersuchen. Die NASA plant eine wissenschaftliche Premiere.

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Start von "Osiris Rex" in Florida (Foto: dpa)
Start in Florida: "Osiris Rex" wird zwei Jahre reisenBild: picture-alliance/AP Photo/J. Raoux

Die US-Raumsonde "Osiris Rex" hat ihre lange Reise zum Asteroiden Bennu angetreten: Eine Rakete hob vom US-Raumfahrtzentrum Cape Canaveral im Bundesstaat Florida ab, um die Sonde ins Weltall zu bringen. Ziel der Mission ist es, Staub von dem kleinen Himmelskörper zu sammeln und diese Proben bis 2023 auf die Erde zurückzubringen.

"Osiris Rex" im Reinraum der NASA (Archivbild: Reuters)
Noch unter Menschen: "Osiris Rex" im Reinraum der NASABild: Reuters/M. Brown

Mit dem 4,5 Milliarden Jahre alten Staub wollen die Wissenschaftler die Ursprünge des Lebens erforschen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA erhofft sich Erkenntnisse darüber, wie lebenswichtige Substanzen - etwa Kohlenstoff - auf unseren Planeten kamen. Die Mission kostet rund 800 Millionen Dollar (718 Millionen Euro).

Rendezvous in wenigen Sekunden

Das Rendezvous mit Bennu soll nur wenige Sekunden dauern. Bis dahin ist die Sonde etwa zwei Jahre unterwegs - erst dann wird sie den Asteroiden erreichen. Um den besten Ort zur Entnahme der Bodenprobe zu finden, wollen sich die Wissenschaftler aber bis Juli 2020 Zeit lassen. "Wir werden uns zuerst Bennu nähern, ihn kartographieren, umkreisen, studieren und den sichersten und wissenschaftlich interessantesten Ort für die Entnahme der Probe wählen", erklärte der bei der NASA für die Mission zuständige Manager Gordon Johnston.

Eine NASA-Simulation zeigt die Sonde vor dem Asteroiden Bennu (Foto: picture alliance/ZUMA Press/C. Meaney)
Traum vom Rendezvous: Eine NASA-Simulation zeigt die Sonde vor dem Asteroiden BennuBild: picture alliance/ZUMA Press/C. Meaney

Bennu wurde aus 500.000 bekannten Asteroiden ausgewählt - wegen seiner mit knapp 500 Meter Durchmesser idealen Maße und seines kohlenstoffreichen und Jahrmilliarden alten Gesteins. Diese Partikel "könnten die Vorläufer von Leben hier auf der Erde oder anderswo in unserem Sonnensystem sein", sagte die stellvertretende Programmleiterin Christina Richey.

Kritischer Kandidat

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum Bennu für die Forscher von besonderem Interesse ist: Er zählt zu den gefährlichsten aller derzeit bekannten Asteroiden. Und in mehr als 150 Jahren könnte er unserem Heimatplaneten gefährlich nahe kommen.

jj/haz (dpa, afp)