1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Dreh- und Angelpunkt der Warriors

17. Juni 2022

Seit über einem Jahrzehnt ist Stephen Curry der prägende Spieler des frisch gebackenen NBA-Meisters Golden State Warriors. Seine Wurfstärke aus der Distanz ist legendär.

https://p.dw.com/p/4Cqhl
Stephen Curry feiert seinen vierten Meistertitel mit den Golden State Warriors
Stephen Curry feiert seinen vierten Meistertitel mit den Golden State WarriorsBild: Steven Senne/AP/picture alliance

"Eins, zwei, drei, vier - vier Meisterschaften", brüllte Stephen Curry in alle Richtungen - den NBA-Pokal in den Händen, eine Zigarre im Mund. Zum vierten Mal in seiner Karriere hatte der Superstar gerade mit den Golden State Warriors den Titel in der besten Basketballliga der Welt gewonnen. Und auch im entscheidenden sechsten Finalspiel gegen die Boston Celtics mit dem deutschen Profi Daniel Theis war Curry der überragende Spieler auf dem Parkett und mit 34 Punkten auch der beste Werfer seines Teams. Erstmals in seiner langen und erfolgreichen Karriere wurde er als wertvollster Spieler der NBA-Finalserie ausgezeichnet.

Gefühl für Distanzwürfe geerbt

In seiner Jugend hatte Curry häufig zu hören bekommen, dass er zu klein und zu schmächtig für eine Basketball-Karriere sei. Dabei war ihm die Sportart in die Wiege gelegt. Sein Vater Wardell, genannt "Dell", Curry war bereits NBA-Profi und galt zu seiner aktiven Zeit als einer der besten Distanzschützen der Liga: 40 Prozent seiner Dreierwürfe landeten im Korb. Dieses Talent vererbte "Dell" wohl auch an seinen Sohn: Stephen ist der einzige Spieler der NBA-Geschichte, der mehr als 3000 Distanzwürfe von hinter der Dreierlinie verwandelte.

"Die Gene könnten schon ein wenig damit zu tun haben", sagte Curry einmal in einem Interview. "Trotzdem ist das Allermeiste hartes Training. Es brauchte unzählige Trainingsstunden und Millionen von Wiederholungen, um an den Bewegungen zu feilen und an dem Feeling, das ich von meinem Vater bekam." Auch Currys jüngerer Bruder Seth verdient sein Geld in der NBA.

Treffsicherer Werfer und Spielmacher

Schon in seinen High-School- und College-Zeiten sorgte der 1,91 Meter große Stephen Curry mit seinen Dreierwürfen für Furore und verhalf seinen Teams damit zu vielen Siegen und Titeln. 2009 wählten die Golden State Warriors Curry im NBA-Draft an siebter Stelle. Dem Verein aus San Francisco blieb er bis heute treu. Curry wurde dort schnell zum Dreh- und Angelpunkt des Spiels und war maßgeblich an den NBA-Triumphen der Warriors 2015, 2017, 2018 und jetzt 2022 beteiligt.

Curry trifft im Finale gegen die Boston Celtics den Korb
Curry (l.) ist eine sichere Punktebank der WarriorsBild: Michael Dwye/AP Photo/picture alliance

"Er ist wie ein Motor, der ein ganzes Schiff antreiben kann", sagte Superstar LeBron James 2015 über Curry. In jener und der folgenden NBA-Saison wurde Curry zum wertvollsten Spieler (MVP) der regulären Spielzeit gekürt. Er ist auch ein regelmäßiger Gast im All-Star-Team der Liga.

Mega-Vertrag

"So etwas wie Steph hat die Liga noch nie gesehen", schwärmte auch der frühere deutsche NBA-Star Dirk Nowitzki. "Es macht dermaßen Spaß, ihm zuzuschauen, dass ich vor dem Fernseher sitze und ihn anfeuere. Er dribbelt auf dich zu, und plötzlich ist der Ball in der Luft, so schnell kannst du gar nicht schauen." Curry hält zahlreiche NBA-Rekorde. So knackte er im Mai als erster Profi in der NBA-Geschichte die Marke von 500 Dreiern in den Playoffs. Im vergangenen August verlängerte der Superstar seinen Vertrag bei den Warriors vorzeitig um vier Jahre bis 2026. Sein Gehalt ist fürstlich: insgesamt 215 Millionen Dollar.

Trotzdem gilt er als bescheiden und in seinem Auftreten eher zurückhaltend. Doch Curry bezieht auch klar Position - wie 2018, als die Warriors nach ihrem Meistertitel den sonst obligatorischen Besuch im Weißen Haus beim damaligen Präsidenten Donald Trump verweigerten. "Indem wir nicht hingehen, inspirieren wir hoffentlich andere", sagte Stephen Curry damals. "Wir brauchen Veränderungen im Umgang mit Toleranz und Akzeptanz in diesem Land."

DW Kommentarbild Stefan Nestler
Stefan Nestler Redakteur und Reporter