Mehr als 30 Tote bei Unwetter in Brasilien
25. Februar 2026
Am Montag hatte es in den Großstädten Juiz de Fora und Ubá im Südosten Brasiliens angefangen zu regnen. Die heftigen Niederschläge ließen unter anderem den Fluss Paraibuna über die Ufer treten. Innerhalb einer Nacht verwandelte sich die Region im Bundesstaat Minas Gerais in ein Katastrophengebiet. Die Wassermassen lösten zahlreiche Erdrutsche aus, beschädigten Brücken und Straßen, führten zu Stromausfällen und überschwemmten ganze Stadtviertel.
Fast 700 Einwohner zwischen Juiz de Fora und dem 85 Kilometer weiter nördlich gelegenen Ubá mussten ihre Häuser verlassen. Rund 500 Einsatzkräfte haben, unterstützt von Suchhunden, bisher etwa 200 Menschen lebend gerettet. Sie suchen weiter in den Trümmern der 74 eingestürzten Häuser nach Vermissten. Mehrere Schulen wurden zu Notunterkünften umfunktioniert.
Doppelt so viel Regen wie sonst
Die Lage sei "kritisch", sagte die Bürgermeisterin von Juiz de Fora, Margarida Salomão, und rief den Notstand aus. In der 540.000-Einwohner-Stadt waren zuvor 584 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen - und damit doppelt so viel wie sonst im gesamten Februar üblich. Das Rathaus teilte mit, dass dies der regenreichste Februar in der Geschichte der Stadt sei.
Einige Viertel von Juiz de Fora seien von der Außenwelt abgeschnitten, die Stadt befinde sich in einer "extremen" Situation, so Bürgermeisterin Salomão. Die Regenfälle lösten demnach dort mindestens 20 Erdrutsche aus.
Einwohner filmten, wie Gebäude während des Unwetters binnen Sekunden einstürzten. In einem Stadtteil an einem Berghang seien zwölf Häuser in einem "massiven Erdrutsch" weggerissen worden, sagte der Feuerwehrsprecher Demetrius Goulart der Nachrichtenagentur AFP.
Lula schickt Hilfe
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus. Er ordnete die Entsendung von Hilfsteams an: "Unser Schwerpunkt liegt darauf, humanitäre Hilfe, die Wiederherstellung grundlegender Dienste, Unterstützung für Vertriebene und Hilfe beim Wiederaufbau zu gewährleisten", so Lula.
In weiten Teilen Brasiliens ist im Sommer - von Dezember bis März - die Hauptregensaison. Dann kommt es häufig zu heftigen Regengüssen und Gewittern - Überschwemmungen und Erdrutsche sind oft die Folge.
Der nun so verheerende Niederschlag ist auf eine Kaltfront zurückzuführen, die über den Südosten Brasiliens zieht und die gesamte Region in Alarmbereitschaft versetzt hat. Dort lebt der Großteil der 213 Millionen Einwohner Brasiliens.
Das brasilianische Nationale Institut für Meteorologie gab am Dienstag Unwetterwarnungen für Teile von 14 Bundesstaaten heraus. Die Meteorologen prognostizieren weiteren Starkregen. Die Warnung gilt unter anderem für das gesamte Gebiet der Bundesstaaten Minas Gerais und Rio de Janeiro.
Brasilien hat in den vergangenen Jahren mehrfach unter folgenschweren Wetterextremen gelitten. 2024 kamen bei Überschwemmungen im Süden des riesigen Landes mehr als 200 Menschen ums Leben, insgesamt waren rund zwei Millionen Einwohner von dem Hochwasser betroffen. Experten zufolge steht die Zunahme und Intensivierung der Wetterextreme mit dem Klimawandel im Zusammenhang.
AR/se (afp, dpa, rtr, efe)
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