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KonflikteIran

Iran verweigert neue Gespräche nach US-Angriff auf Frachter

20. April 2026

Zwei Tage vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA verschärft sich die Lage. Die US-Marine entert ein iranisches Frachtschiff - die Führung in Teheran spricht von Vertragsbruch und droht.

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Iran  | Zwei Schnellboote der Revolutionsgarden im Persischen Golf, am Bildrand eine iranische Flagge (29.04.2024)
Schnellboote der mächtigen iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf (Archivbild) Bild: Rouzbeh Fouladi/MEI/SIPA/picture alliance

Der Iran hat nach Meldungen staatlicher Medien derzeit nicht die Absicht, mit den USA in einer zweiten Runde über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Teheran, eine weitere Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant.

Die Staatsagentur IRNA berichtet, es gebe "keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse" Gespräche. Zur Begründung verweist das Mullah-Regime demnach auf "übertriebene Forderungen" der USA, deren ständige Kurswechsel und die anhaltende Seeblockade iranischer Häfen durch die US-Marine.

"Iraner befürchten Überraschungsangriff"

Nach Informationen des US-Nachrichtenportals Axios argwöhnen hohe Beamte im Iran, dass US-Präsident Donald Trump mit seinen Worten über ein Abkommen zwischen beiden Seiten die Führung in Teheran täuschen wolle. Sie befürchteten einen Überraschungsangriff der USA, schreibt Axios.

Pakistan, das als Vermittler zwischen den Konfliktparteien fungiert, trieb in den vergangenen Tagen die Bemühungen um weitere Gespräche zwischen beiden Seiten voran. Der iranische Präsident Massud Peseschkian betonte laut seiner Internetseite in einem Telefonat mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, die "fortgesetzten provokanten und illegalen Handlungen der USA" im Rahmen der Seeblockade gegen den Iran stellten einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar. Diese läuft in der Nacht zum Mittwoch aus. Solche Maßnahmen und Trumps Drohungen vertieften das Misstrauen.

Iran Teheran 2026 | Präsident Masud Peseschkian bei Regierungssitzung im Präsidentenpalast in Teheran (09.02.2026)
Irans Präsident Massud Peseschkian - im Westen gilt er als vergleichsweise moderat Bild: Iranian Presidency/ZUMA/picture alliance

Der Iran werde sich gegen "erneutes Abenteurertum" der USA und Israels konsequent verteidigen, sagte Peseschkian.

Irans Präsident wirbt für Diplomatie

Ungeachtet des großen Misstrauens gegenüber den USA plädiert der iranische Präsident für Wege der Diplomatie. Krieg sei für niemanden von Vorteil, sagte Peseschkian laut der Nachrichtenagentur IRNA bei einer Sitzung in Teheran. "Während man gleichzeitig gegenüber Bedrohungen standhaft bleibt, muss man jeden rationalen und diplomatischen Weg nutzen, um Spannungen zu reduzieren", so der Präsident.

Peseschkian wird im Westen als verhältnismäßig moderater Politiker eingestuft. Seine Macht im Iran gilt jedoch als sehr begrenzt.

Trump schickt US-Delegation nach Islamabad

Donald Trump hatte zuvor mitgeteilt, eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze werde an diesem Montag zu neuen Verhandlungen mit dem Iran in Pakistans Hauptstadt Islamabad eintreffen. Der Führung in Teheran werde ein "vernünftiger Deal" angeboten, so der amerikanische Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social. Falls das Regime dies aber ablehnen sollte, würden die USA "jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran" zerstören.

USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump an der Terrassentür des Oval Office (13.04.2026)
US-Präsident Donald Trump: Neue Drohungen in Richtung Iran Bild: CNP/ADM/Capital Pictures/picture alliance

Neben Pakistan bemühen sich auch Vertreter Ägyptens und der Türkei um eine dauerhafte Friedenslösung für die Nahost-Region. Die Anstrengungen werden jedoch durch die angespannte Lage an der Straße von Hormus am Persischen Golf erschwert.

US-Kriegsschiff beschießt iranischen Frachter 

Das US-Militär hatte am Sonntag mitgeteilt, es habe auf einen unter iranischer Flagge fahrenden Frachter geschossen, als dieser versucht habe, die Seeblockade zu durchbrechen. Laut US-Regionalkommando CENTCOM war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus. Man habe den Antrieb funktionsunfähig gemacht. Der Frachter stehe unter US-Kontrolle, hieß es weiter.

Arabisches Meer 2026 | Blick von Bord eines US-zerstörers auf das iranische Frachtschiff "M/V Touska" (19.04.2026)
Das iranische Frachtschiff "M/V Touska" im Visier des US-Kriegsschiffs "USS Spruance"Bild: CENTCOM/Handout/REUTERS

Trump verkündete auf seiner Plattform: "Wir haben ihr Schiff vollständig in unserer Gewalt und sehen nach, was an Bord ist!"

Iran: Bewaffnete Seepiraterie

Ein iranischer Militärvertreter sprach von "bewaffneter Seepiraterie", wie der regierungstreue Sender Press TV meldete. Man werde bald Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Der Frachter sei von China aus unterwegs gewesen.

Es ist das erste Mal seit Beginn der amerikanischen Seeblockade gewesen, dass ein US-Kriegsschiff Gewalt angewendet hat, um ein iranisches Schiff zu stoppen.

Pakistan Islamabad 2026 | Bewaffnete Polizisten riegeln eine Straße ab (20.04.2026)
In Vorbereitung neuer amerikanisch-iranischer Gespräche werden in Islamabad nahe einem Hotel Straßensperren errichtetBild: Anjum Naveed/AP Photo/picture alliance

Ungeachtet dessen scheint sich Pakistan auf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran vorzubereiten. In Islamabad wurden der Verkehr eingeschränkt und ein Hotel als Tagungsort vorbereitet. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft.

Der Krieg begann am 28. Februar mit US-israelischen Luftangriffen auf Ziele im Iran. Die iranischen Streitkräfte beschossen daraufhin Ziele in Israel und in Golfstaaten. Der Konflikt schlägt sich massiv auf die weltweite Energieversorgung aus. Die Preise für Bezin und Diesel stiegen drastisch an.

se/AR (dpa, afp, rtr, ap) 

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