Epstein-Kontakte: Französischer Ex-Minister zieht Reißleine
8. Februar 2026
In einem Brief an Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot bot Lang an, als Präsident des Instituts der arabischen Welt (IMA) zurückzutreten. Zunächst kündigte Barrot an, mit dem Verwaltungsrat über einen Interimspräsidenten zu beraten. Kurz darauf betonte Regierungssprecherin Maud Bregeon: "Ich glaube, dass Jack Lang die einzig mögliche Entscheidung getroffen hat, die unter den gegebenen Umständen wünschenswert war". Die Situation sei "unhaltbar" gewesen.
Die für Finanzvergehen zuständige französische Staatsanwaltschaft hatte zuvor Ermittlungen gegen Lang eröffnet. Ihm wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft "schwerwiegender Steuerbetrug" zur Last gelegt, die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit mutmaßlichen finanziellen Verbindungen Langs und seiner Tochter Caroline mit Epstein.
Sind die Vorwürfe "gegenstandslos" ?
Lang steht seit 2013 an der Spitze des Instituts der arabischen Welt, das vom französischen Außenministerium mitfinanziert wird. Das Ministerium hat Lang wegen seiner häufigen Kontakte zu Epstein einbestellt. Lang weist die Vorwürfe gegen ihn als "gegenstandlos" zurück. Jack Lang kann auf eine lange Karriere zurückblicken. Er hatte unter den früheren Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac verschiedene Regierungsposten inne.
In den Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf. Mehr als 670 Mal ist in den Unterlagen der Name von Jack Lang zu finden.
Selbstmord in Haft
Jeffrey Epstein hatte sich 2019 im Gefängnis nach Polizeiangaben das Leben genommen, wo er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels und Missbrauchs von Minderjährigen wartete. Er soll unter anderem Prominenten und Reichen Minderjährige zugeführt haben.
haz/pg (afp, rtr, dpa)