Olympia 2026 endet mit opulenter Opern‑Feier in Verona
Veröffentlicht 22. Februar 2026Zuletzt aktualisiert 22. Februar 2026
Das Wichtigste in Kürze
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Norwegen gewinnt mit 18 Mal Gold und insgesamt 41 Medaillen den Medaillenspiegel
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Langläufer Johannes Hoesflot Klaebo ist mit sechs Olympiasiegen der Top-Athlet der Spiele
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Deutschland erzielt mit 26 Medaillen, davon acht goldenen, eine durchwachsene Bilanz und landet 14 Mal nur auf dem undankbaren vierten Platz
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die Bilanzder Spiele: Mailand-Cortina 2026 liefert viele schöne Olympia-Momente, doch gibt es Kritik an den zergliederten Winterspielen durch die weit verstreuten Wettkampforte
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größter negativer Aufreger bleibt der Fall des ukrainischen Skeletonfahrers Wladislaw Heraskewytsch
Das Feuer erlischt
Bevor das endgültige Ende und das Erlöschen der olympischen Flamme folgt, spielt Pianistin Gloria Campaner das Klavierstück "Experience". Viele Figuren des Abends in Verona - wie Rigoletto und andere Opern-Charaktere - treten erneut auf.
Am Ende der Musik wird es dunkel in der Arena - das olympische Feuer ist erloschen - nach zwei Stunden pompöser und opernhafter Show in einem einzigen schmucklosen Moment.
Nachdem Hofnarr Rigoletto im Keller der Arena den Strom wieder eingeschaltet hat, folgt die After-Show-Party - mit moderner Dance-Musik, DJs, Sängern und Tänzern auf der Bühne.
Das Finale bildet der Auftritt des Rappers und Popsängers Archille Lauro, der "Incoscienti giovani" singt, ein Lied über den Leichtsinn junger Menschen in der Liebe.
Zum Abschluss klettert Rigoletto zurück in die Zauberkiste, aus der er zu Beginn der Veranstaltung herausgekrabbelt ist.
Offizielle Würdigung und Beendigung der Spiele
OK-Chef Giovanni Malago und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry halten die offiziellen Reden zum Abschluss der Winterspiele in Mailand und Cortina.
Malago richtet Dankesworte unter anderem an die Gastgeberorte, die Organisatoren, die Volunteers und besonders an die Athletinnen und Athleten: "Ihr seid die wahren Helden. Eure außergewöhnliche Leistung hat die Sportstätten zum Leuchten gebracht und uns alle inspiriert."
Coventry schließt sich an: "Ihr wart unglaublich! Tapfer, unerschrocken, voller Herz und Leidenschaft. All das habt ihr auf dem Schnee und auf dem Eis gegeben für zwei unvergessliche Wochen. Ihr habt jeden Moment in vollen Zügen ausgeschöpft. Ihr habt alles gegeben und es mit uns geteilt. Das ist der wahre olympische Geist."
Schließlich erklärt die ehemalige Olympia-Schwimmerin die Winterspiele von 2026 für beendet.
Fahnenübergabe
Gespielt wird die Hymne Griechenlands als Geburtstätte der Olympischen Spiele. Gleichzeitig wandert die blau-weiße Fahne den Fahnenmast neben der italienischen Flagge hinauf.
Es folgt - in griechischer Sprache - die olympische Hymne.
In Anwesenheit der IOC-Präsidentin Kirsty Coventry übergibt die Bürgermeister Mailands und Cortinas die olympische Fahne an Vertreter der nächsten Olympischen Winterspiele in Frankreich 2030.
Während die französische Hymne gespielt wird - gesungen von Opernsängerin Marine Chagnon - betreten Sportlerinnen und Sportler aus Frankreich die Bühne.
Wasser und Luft
Tänzerinnen und Tänzer stellen Wasserteilchen und den Verlauf des Flusses Etsch durch Südtirol dar - von den Alpen bis zu seiner Mündung in Venedig, wo die Gondeln über die Kanäle der Lagunenstadt gleiten.
Sängerin Joan Thiele singt das Lied "Il Mondo", dazu tanzt Balletttänzer Roberto Bolle.
Letzte Siegerehrungen
Traditionell werden im Rahmen der Schlussfeier auch die letzten Siegerehrungen vorgenommen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und FIS-Präsident Johan Eliasch ehren die Medaillengewinnerinnen im Langlauf über 50 Kilometer: Ebba Andersson aus Schweden (Gold), Heidi Weng aus Norwegen (Silber) und die Schweizerin Nadja Kaelin (Bronze).
Es folgen die Männer: Hier hat sich über 50 Kilometer Johannes Hoesflot Klaebo aus Norwegen seine sechste Goldmedaille der Spiele in Mailand und Cortina gesichert. Es ist die elfte seiner Karriere - ein olympischer Rekord. Er kam vor seinen Landsleuten Martin Loewstroem Nyenget und Emil Iversen ins Ziel.
Nach der Ehrung der Athleten folgt in Form eines Videos ein Tribut und Dank an die rund 18.000 freiwilligen Helfer, die an den Wettkampforten im Einsatz waren. Zusätzlich gibt es eine Tanzeinlage einiger der Volunteers zum Hit "Blue (Da ba Dee)" von Eiffel 65. Blau, weil die Helferinnen und Helfer mit blauen Jacken ausgestattet waren.
Getanzte Sportarten
Nach einem Videotrailer mit Szenen erfolgreicher Olympiasportler aus den vergangenen 19 Wettkampftagen, stellen Tänzer auf der Bühne in einer Streetdance-Performance einige der Bewegungen und Übungen nach, die von den Athletinnen und Athleten während der Winterspiele gezeigt wurden.
Mit dabei ist auch Flavio Canone, dreifacher Olympiasieger im Trampolinspringer, der in der Arena durch die Luft wirbelt. Zu den Klängen der "Göttlichen Komödie" vollführen außerdem Artisten, die an Drahtseilen einige Meter hoch über der Bühne hängen, ihre Kunststücke.
Auftritt der Hauptdarsteller
Begleitet von einer Band, die ein Medley aus den größten Hits des Italo-Pops intoniert, strömen als nächstes die Athletinnen und Athleten die Arena. Zumindest jene von ihnen, die noch oder wieder vor Ort sind.
Da die Plätze im olympischen Dorf limitiert waren, mussten diejenigen, die früher mit ihren Wettkämpfen fertig waren, nämlich vorzeitig ausziehen.
Darauf hatte Skeleton-Olympiasieger Axel Jungk nach seinem Sieg im Teamwettbewerb im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo in einem Interview mit dem deutschen Fernsehen hingewiesen und live auf dem Sender nach einer Unterkunft gesucht. "Falls jemand noch ein paar Skeletonfahrer aufnehmen kann..."
Zu den Klängen von "Maledetta primavera", "A far l'amore comincia tu" und "It's wonderful" drehen die Sportlerinnen und Sportler gutgelaunt eine Runde um und über die ovale Bühne, um anschließend ihren Sitzplatz auf der Tribüne zu finden.
Ein Tropfen aus Feuer
Es folgt der Auftritt von vier weiteren Olympiasiegern aus Italien. Die legendäre Langlaufstaffel, die 1994 in Lillehammer über 4 x 10 Kilometer die Goldmedaille gewann: Maurilio de Zolt, Marco Albarello, Giorgio Vanzetta und Schlussläufer Silvio Fauner bringen das olympische Feuer in die Arena. Fauner trägt es in einer Glasalveole aus Muranoglas in Form eines Wassertropfens.
Anschließend betreten Sportlerinnen und Sportler mit den Fahnen der Teilnehmerländer die Arena. Sie kommen durch das Tor ins Amphitheater, durch das früher die Gladiatoren ihren Kämpfen entgegengingen.
Für Deutschland tragen die beiden Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt die Fahne. Sie konnten in Cortina den insgesamt siebten Olympiasieg ihrer Karriere feiern: Gold im Teamwettbewerb.
Gesichter Italiens
Während ein Tanzpaar sich über die Bühne der Arena di Verona bewegt, werden auf den Boden Porträtfotos von Menschen aus Italien projiziert. Damit soll die hohe Identifikation der Bevölkerung mit den Winterspielen symbolisiert werden.
Nachdem die italienische Fahne in die Arena getragen wurde, folgen die Medaillengewinner der Gastgeber-Nation bei diesen Spielen. Mit zehn Goldmedaillen, dazu sechsmal Silber und 14-mal Bronze war Italien vor Deutschland die vierterfolgreichste Nation im Medaillenspiegel.
Während die italienische Flagge in der Arena gehisst wird, spielt Jazz-Trompeter Paolo Fresu eine ruhige, fast sphärische Version von "Fratelli d'Italia", der italienischen Nationalhymne, die sonst sehr viel schwungvoller daherkommt. Begleitet wird er im Teatro Filarmonico von Orchester und Chor.
Schönheit in Aktion
Unter dem Motto "Beauty in Action" sollen bei der Schlussfeier die vielfältigen Formen der Schönheit gewürdigt werden, die in den Winterspielen zu finden sind, so heißt es im Programm der Veranstalter.
Schönheit in der Kunst, der Natur, in zwischenmenschlichen Beziehungen, außerdem natürlich in Sport und Wettkampf. Das alles soll in einer erzählerischen Reise präsentiert werden.
Die Zeremonie beginnt mit einer Partyszene aus der Oper "La Traviata" von Giuseppe Verdi - mit dabei ist allerdings auch der bucklige Hofnarr Rigoletto, Namensgeber einer anderen bekannten Verdi-Oper, dazu Aida, Madame Butterfly und andere Figuren.
Zum Ende der Szene radelt Rigoletto mit dem Fahrrad in das Teatro Filarmonico, wo er gemeinsam mit der italienischen Schauspielerin Benedetta Porcaroli das Ende der dortigen Aufführung von "La Traviata" erlebt.
Durchwachsene Olympia-Bilanz für Team D
Mit 185 Athletinnen und Athleten war die deutsche Olympia-Mannschaft nach Mailand und Cortina gereist. Das erklärte Ziel, einen Platz im Medaillenspiegel unter den Top-3-Nationen zu erreichen, wurde mit acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen knapp verpasst. Deutschland wurde am Ende Fünfter.
"Obwohl wir weniger Goldmedaillen haben als in China, ist das eine sehr gute Bilanz", meinte Thomas Weikert, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Denn auch die 14 vierten Plätze in bei den olympischen Wettbewerben könnten "sich sehen lassen".
"Deutschland ist und bleibt eine Wintersportnation", sagte auch Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein. "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir in der Gesamtbilanz unseren eigenen Ansprüchen bei den Winterspielen 2026 nicht gerecht geworden sind", so die CDU-Politikerin
Abschluss vor bildgewaltiger Kulisse
Die 25. Olympischen Winterspiele sind auf der Zielgeraden. Mit der Schlussfeier in der antiken Arena von Verona gehen sie zu Ende.
Die letzte der insgesamt 116 Goldmedaillen wurde am Nachmittag in Mailand vergeben: Im Eishockey-Finale der Männer setzten sich die USA knapp in der Verlängerung gegen Team Kanada durch.
Die Schlussfeier in Verona beginnt um 20:30 Uhr MEZ. Wir halten Sie hier live auf dem Laufenden und präsentieren die wichtigsten und schönsten Momente.