Olympia Mailand/Cortina 2026: Die Medaillen für Deutschland
Gold, Silber, Bronze - 116 Medaillensätze werden bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo vergeben. Diese deutschen Athletinnen und Athleten freuen sich über Edelmetall.

Johannes Lochner auch im Viererbob vor Francesco Friedrich
Nach dem Olympiasieg im Zweierbob verweist Johannes Lochner (l.) seinen größten Rivalen Francesco Friedrich (r.) auch im großen Schlitten auf Rang zwei. Mit seiner Crew Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer ist Lochner nach vier Läufen 0,57 Sekunden vorne. "Er musste uns jetzt zehn Jahre lang ertragen, dass wir ihm immer vorangefahren sind", sagt Friedrich und freut sich über Silber.
Laura Nolte und Deborah Levi - zwei Freundinnen, zwei Olympiasiege
"Wir vertrauen uns gegenseitig zu 100 Prozent", sagt Zweierbob-Pilotin Laura Nolte (l.) nach dem Gold-Coup von Cortina über ihre Anschieberin Deborah Levi. "Wir sind füreinander da, in Höhen und in Tiefen. Es ist einfach cool, mit einer Freundin Bob zu fahren." Und hinterher zu feiern: Zum zweiten Mal nach Peking 2022 gewinnen die beiden Freundinnen Gold im Zweierbob.
Silber für Pilotin Lisa Buckwitz - nach Gold 2018 als Anschieberin
Auch Silber im Zweierbob geht an Deutschland. Lisa Buckwitz und Neele Schuten machen den deutschen Doppelsieg perfekt. Buckwitz verpasst es damit knapp, als erste Bobfahrerin Olympiagold sowohl als Anschieberin als auch als Pilotin zu gewinnen. 2018 schob sie Mariama Jamanka in Pyeongchang zum Olympiasieg. Nun gewinnt die 31-Jährige ihre erste Medaille an den Lenkseilen. Glückwunsch!
Daniela Maier im Skicross um eine halbe Skilänge vorne
Skicrosserin Daniela Maier schafft es kaum als Erste über die Ziellinie, da wird sie auch schon von Trainern, Betreuern und Teamkollegen umarmt und fast erdrückt. Schon in Peking hatte Maier Bronze gewonnen - allerdings erst nach längerem Rechtsstreit um eine mögliche Behinderung durch die Schweizerin Fanny Smith, die diesmal Silber holt.
Gimmler und Rydzek gewinnen Bronze - dank furioser Schlussrunde
Aufatmen im deutschen Skilanglauf-Team: Laura Gimmler (l.) und Coletta Rydzek gewinnen Bronze im Teamsprint und damit die erste Langlaufmedaille bei den Winterspielen von Mailand und Cortina. Mit einer grandiosen Finalrunde stürmt Schlussläuferin Rydzek noch an der Norwegerin Julie Bjervig Drivenes vorbei auf den dritten Platz nach vorne - direkt in die Arme Gimmlers.
Gold im Zweierbob für Johannes Locher und seinen großen Anschieber
"Es gibt gerade nichts Geileres, als das ein Plan aufgeht", sagt Bobpilot Johannes Lochner und nimmt seinen fast zwei Meter großen Anschieber Georg Fleischauer in den Arm: "Mit so einem riesigen Vorsprung, das ist unfassbar. Danke an meinen kleinen Anschieber." Mehr als anderthalb Sekunden Vorsprung fahren die beiden heraus, der deutlichste Olympiasieg im Zweierbob seit 1980.
Kompletter Medaillensatz für deutsche Zweierbob-Teams
Das Rennen endet mit dem größtmöglichen Triumph aus deutscher Sicht - einem kompletten Medaillensatz. Hinter Johannes Lochner (3.v.l.) und Georg Fleischauer (3.v.r.) werden Francesco Friedrich (2.v.r.) und Alexander Schüller (r.) Zweite. "Silber sieht verdammt cool aus", sagt Friedrich, der Olympiasieger von 2022 und 2018. Bronze geht an Adam Ammour (l.) und Alexander Schaller (2.v.l.).
Vier Hundertstel an Gold vorbei - Silber für Monobob-Pilotin Laura Nolte
"Nachdem Gold so zum Greifen nahe war und ich wirklich drei Superläufe davor hingelegt habe, wollte ich halt auch durchziehen", sagt Laura Nolte nach Silber im Monobob. "Deswegen fühlt es sich jetzt erst mal wie verlorenes Gold an." Im vierten und letzten Lauf gibt die 27-Jährige die Führung noch ab. Nur vier Hundertstelsekunden fehlen Nolte zum ersten deutschen Olympiasieg in dieser Disziplin.
Bronze für deutsches Eiskunstlaufpaar Hase/Volodin - Hauptsache eine Medaille
Als Führende nach dem Kurzprogramm gehen Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin in die Kür. Nach mehreren Patzern rutscht das deutsche Paar auf Platz drei ab. Hauptsache eine Medaille, sagt Hase. "Es ist egal, welche Farbe die hat." Ob die beiden als Eiskunstlauf-Paar gemeinsam weitermachen, lassen sie offen. Nach dem Sommer "schauen wir, wie es weitergeht, wie lang, in welchem Rahmen", so Hase.
Drei Skeleton-Wettbewerbe - sechs Medaillen für Deutschland
Auch wenn das ersehnte Gold ausblieb - so viele Medaillen wie diesmal hat das deutsche Skeleton-Team bei Olympia noch nie gewonnen. Die im Einzel jeweils mit Silber dekorierten Susanne Kreher (2.v.r.) und Axel Jungk (r.) rasen im Mixed-Team auf Platz zwei. Jacqueline Pfeifer (2.v.l.) und Christopher Grotheer (l.) werden gemeinsam Dritte - wie zuvor schon jeweils im Einzel.
Skeleton-Fahrerinnen Kreher und Pfeifer - Medaillen mit umgekehrten Vorzeichen
"Nach den Trainingsläufen hätte ich das nie für möglich gehalten", sagt Skeleton-Fahrerin Susanne Kreher (l.) nach ihrem Silber-Coup. "Es fühlt sich noch wie ein Traum an." Bei Jaqueline Pfeifer läuft es eher umgekehrt. Im Training top, im Wettkampf Fehler. "Irgendwie war das Rennen ein Kampf für mich", sagt Jaqueline Pfeifer (r.), darf sich am Ende aber über Bronze freuen.
Silber für Jungk, Bronze für Grotheer - die Skeleton-Routiniers liefern
"Ich hätte gern mit einem besseren Lauf aufgehört. Aber total egal - Hauptsache, die Silbermedaille", freut sich Axel Jungk (l.) nach seinem verkorksten Finallauf. Für den 34-Jährigen ist es das zweite Silber nach 2022. Christopher Grotheer (r.) strahlt ebenfalls. "Bronze ist vom Stellenwert für mich wie die Goldene von Peking", sagt der 33-Jährige mit Blick auf seine Verletzungsprobleme.
Auf die Rodel-Team-Staffel ist Verlass - zum vierten Mal in Serie Gold
Mit den Einsitzer-Olympiasiegern Max Langenhan und Julia Taubitz sowie Dajana Eitberger und Magdalena Matschina im Frauendoppel rodeln Tobias Wendl und Tobias Arlt im Doppelsitzer zu Gold. In der 2014 eingeführten Team-Staffel geht der Olympiasieg im vierten Rennen zum vierten Mal an Deutschland. Wendl und Arlt sind nun mit siebenmal Gold Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympioniken.
Wendl/Arlt: Unbändige Freude über Bronze trotz gerissener Gold-Serie
Die Bronzemedaille fühle sich an "wie Gold, weil wir gekämpft und gelebt haben", sagt Tobias Wendl nach dem Medaillengewinn. "Wir haben eine sehr schwere Woche gehabt, das kannten wir so bisher von den anderen Bahnen noch nicht." Bei den vergangenen drei Winterspielen hatten Wendl und Tobias Arlt insgesamt sechsmal Gold geholt: dreimal im Doppelsitzer, dreimal im Teamwettbewerb.
Eitberger/Matschina: Silber bei Olympia-Premiere im Frauen-Doppelsitzer
Zwei Generationen, eine Medaille: Die 35 Jahre alte Dajana Eitberger (l.) und die 20-jährige Magdalena Matschina freuen sich über Silber im Doppelsitzer. Erstmals ist der Wettbewerb auch bei den Frauen olympisch. Für Eitberger, die bereits 2018 in Pyeongchang Silber im Einzel gewann, sind es die letzten Winterspiele. Matschina holt sich gleich bei ihrem Olympia-Debüt eine Medaille.
Nach dem Olympiasieg brechen bei Rodlerin Julia Taubitz alle Dämme
"Ich habe lange nicht mehr so viel geweint, da ist gerade ganz viel abgefallen", sagt Rodlerin Julia Taubitz nach ihrem Gold-Coup in Cortina. 2022 in Peking war sie als Favoritin gestürzt und hatte eine Medaille verpasst. "Das war mein Kindheitstraum von kleinauf, ich habe schon nicht mehr dran geglaubt", räumt die 29 Jahre alte Olympiasiegerin ein. Es sei "der geilste Tanz meines Lebens" gewesen.
Mit Slalom-Bestzeit zu Silber in der Team-Kombination
Nur 0,05 Sekunden fehlen Emma Aicher (l.) und Kira Weidle-Winkelmann (r.) am Ende zu Gold in der Kombination. Weidle-Winkelmann wird in der Abfahrt Sechste. Aicher katapultiert das deutsche Duo mit ihrer Bestzeit im Slalom auf Platz zwei. "Es war eine Achterbahn, sehr emotional", freut sich Weidle-Winkelmann. "Emma hat zu 100 Prozent abgeliefert." Für Aicher ist es das zweite Silber in Cortina.
Skispringer Philipp Raimund - Gold trotz Höhenangst
Er hat noch nie ein Einzel-Weltcupspringen gewonnen. Doch bei den Olympischen Winterspielen springt er plötzlich am weitesten von allen. Philipp Raimund triumphiert sensationell auf der Normalschanze von Predazzo. Dabei hat der 25-Jährige eigentlich Höhenangst - bei einer Schanzenhöhe von 107 Metern und Sprungweiten von fast 110 Metern kein unwesentlicher Faktor. Dem Mentaltrainer sei Dank.
Max Langenhan rodelt mit steifem Nacken zu Gold
Wegen eines steifen Nackens ist sein Start lange fraglich. Doch dann stürzt sich Rodler Max Langenhan in den neu gebauten Eiskanal von Cortina und fährt in allen vier Läufen Bestzeit. "Am liebsten würde ich die Medaille in 1000 kleine Stückchen zerteilen", sagt der 26-Jährige und widmet sein Gold Uwe Lehmann, seinem ersten Trainer am Sportgymnasium: "Er ist beim Klettern viel zu früh verstorben."
Bronze für die Biathlon-Mixed-Staffel - trotz Strafrunde
Deutschlands Sportlerin des Jahres, Franziska Preuß (oben l.), muss als Schlussläuferin der Mixed-Staffel auf die Strafrunde, schafft es jedoch hinter Frankreich und Italien noch auf Platz drei und fällt Justus Strelow, Philipp Nawrath und Vanessa Voigt in die Arme: "Die drei vor mir haben einen grandiosen Job gemacht. Das hat uns gerettet. Mein Stehendschießen war nicht das Gelbe vom Ei."
Emma Aicher ganz cool zu Silber in der Abfahrt
Die zwei Minuten der Stille vor dem Start seien die schönsten des ganzen Tages, sagt die Olympia-Zweite in der Ski-Abfahrt von Cortina. Nervosität kennt Emma Aicher offensichtlich nicht, die 22-Jährige hat einfach Spaß am Skifahren. Sie ist die einzige im Weltcup, die in allen vier Disziplinen - Abfahrt, Super-G, Riesenslalon und Slalom - startet. Geht da vielleicht noch mehr?