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Strom sparen – fürs Klima und fürs Konto

17. Dezember 2025

Im Herbst und Winter sind wir oft zu Hause und verbrauchen dort meist mehr Strom als im Sommer. Das kostet Geld und stößt CO2 aus. Wir zeigen, wo sich Stromsparen besonders lohnt, und was am einfachsten geht.

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Eine junge blonde Frau sitzt in eine Decke einkuschelt auf dem Sofa und schaut in ein Laptop auf ihren Beinen, die auf dem Couchtisch liegen
Einen Film auf dem Sofa zu streamen, ist gemütlich. Stromsparender ist es in der Regel, ihn vorher herunterzuladen, denn beim Streaming in HD werden knapp 2 Gigabyte pro Stunde verbrauchtBild: Yuri Arcurs/peopleimages.com/IMAGO

Wenn die Tage wieder kürzer sind, es draußen kalt ist oder regnet, machen wir es uns zu Hause gemütlich. Passendes Licht sorgt für eine heimelige Stimmung, vielleicht kochen wir etwas Leckeres und schauen eine Serie, einen Film oder spielen Computerspiele. Vermutlich duschen wir auch heißer und länger als im Sommer oder lassen uns eine Badewanne einlaufen.

Doch all das kostet Strom und damit Geld – und je mehr Strom wir verbrauchen, desto mehr klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) stoßen wir aus. Zwar wurden in Deutschland 2024 knapp 60 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen und weltweit machten die Erneuerbaren 34,3 Prozent im Strommix aus – aber der Rest stammte vorwiegend aus klimaschädlichen fossilen Quellen wie Kohle und Erdgas.

Aber wo lässt sich am meisten Strom sparen und so das Klima schonen?

CO2 und Strom sparen mit Laptop statt PC

Zum einen dort, wo wir am meisten verbrauchen. Und das ist in deutschen Haushalten bei Kommunikation und Unterhaltung der Fall, also etwa durch Fernseher, Computer, Spielekonsolen und allem, was dazu gehört. Fast ein Drittel unseres Stromverbrauchs fällt hier an.

Wer einen Laptop nutzt, spart Strom und stößt - je nachdem wie der Strom erzeugt wurde - übers Jahr bis zu 25 Kilogramm weniger CO2 aus als bei der Nutzung eines Desktop PCs. Das macht ein Plus auf unserem Konto von rund 25 Euro pro Jahr. Tablets oder Handys verbrauchen noch weniger Strom.

Noch einmal zehn Prozent können wir sparen, wenn wir den Bildschirm dimmen und sich die Geräte schnell in den Ruhezustand schalten, wenn sie nicht aktiv genutzt werden. Auch Ladekabel sollte man vom Netz trennen, das WLAN über Nacht am besten ausschalten, ebenso, wenn man länger nicht da ist.

Für das Klima ist es auch gut, nicht jedes Jahr das neuste Handy- oder Computermodell zu kaufen, sondern so lange wie möglich zu nutzen, alte Geräte weiterzugeben und neue am besten gebraucht zu kaufen. Denn: Die größte Umweltbelastung entsteht bei der Herstellung und Entsorgung.

Beim Fernseher gilt: Je größer der Bildschirm, desto mehr Strom ist nötig. Plasma-Bildschirme brauchen mehr Strom als Geräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung.

Großes Sparpotential beim Duschen und Händewaschen

Wasser mit Strom zu erwärmen kostet sehr viel Energie, das zeigt das gemeinnützige Internetportal Stromspiegel. Aber wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt, ist das deutlich besser fürs Klima als das Verbrennen von Gas oder Öl.

Sehr effektiv fürs Energiesparen: ein Sparduschkopf. Er verringert die Wassermenge, die pro Minute aus der Dusche kommt. Je weniger Wasser erwärmt wird, desto weniger Energie ist dafür nötig. Duscht eine Person dreimal die Woche, kann sie mit einem Sparduschkopf aufs Jahr gerechnet durchschnittlich 126 Kilogramm CO2 einsparen – und etwa 72 Euro. Wird das Wasser mit Erdgas erwärmt, werden 88 kg CO2 und 21 Euro gespart. Weiteres Sparpotential: kürzeres Duschen.

Eingeseifte Hände vor einem Wasserhahn an einem Waschbecken
Beim Händewaschen können wir viel Strom sparen, wenn wir kaltes Wasser nutzen. Seife ist in jedem Fall wichtig.Bild: Christin Klose/dpa/picture alliance

Sehr viel Energie und CO2 lassen sich einsparen, wenn man sich die Hände mit kaltem Wasser wäscht – das ist das sogar vermutlich gesundheitlich besser als mit sehr warmem Wasser. Wichtig: Das Einseifen sollte bei jeder Temperatur mindestens 20 Sekunden dauern. 

Laut dem deutschen Umweltbundesamt verursacht Händewaschen mit warmem Wasser pro Jahr durchschnittlich 141 kg CO2-Emissionen – bei 14 mal Händewaschen pro Tag, mit je zwei Litern Wasserverbrauch und wenn das Wasser per Strom erhitzt wird.

Haushaltsgeräte als Stromfresser

An zweiter Stelle beim Energieverbrauch in deutschen Häusern und Wohnungen stehen unsere Haushaltsgeräte. Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke sind für rund ein Viertel unseres Stromverbrauchs verantwortlich. Vor allem bei Kühl- und Gefrierschränken, die ununterbrochen laufen, lohnt sich ein Blick auf den Stromverbrauch. Viele Geräte haben inzwischen eine Kennzeichnung, die anzeigt, wie viel Energie sie verbrauchen.

Wenn ein Gerät noch gut funktioniert, ist ein Austausch in der Regel ökologisch nicht sinnvoll. Bei einem alten Kühlschrank lohnt sich der Tausch dann, wenn er mehr als 240 kWh Strom pro Jahr verbraucht. Bei Kühl-Gefriergeräten liegt die Grenze bei 340 kWh pro Jahr.

In beiden Fällen gleicht ein neues Gerät der besten Energieeffizienz-Klasse die Umweltbelastungen wieder aus, die durch Herstellung und Entsorgung entstehen. Das hat das gemeinnützige Öko-Institut errechnet.

Allerdings dauert es einige Jahre, bis der Kaufpreis durch die eingesparten Stromkosten ausgeglichen ist. Wichtig beim Neukauf: Die Verbrauchsangaben sagen noch mehr aus als die Energieeffizienz-Klassen.

Auf einem Kühl-Gefriergerät klebt ein Hinweisschild zu seiner Energieklasse E
Energielabel zeigen den Verbrauch an: Dieses Kühl-Gefriergerät verbraucht 246 kWh pro Jahr und ist damit nicht sehr energiesparendBild: Thorsten Lindekamp/Funke Foto Services/IMAGO

Grundsätzlich gilt: ein halb leerer Kühlschrank verbraucht viel mehr Energie als ein voller – daher nicht größer kaufen, als man ihn braucht. Die Tür immer schnell wieder schließen und regelmäßig das Gefrierfach abtauen.

LED: das sparsamste Licht

Immerhin 13 Prozent unseres Stroms verbrauchen wir zu Hause durch die Beleuchtung. LED-Leuchten können hier jede Menge Strom sparen.

Sie sind über 80 Prozent sparsamer als Glühbirnen und brennen fünfmal so lange wie herkömmliche Energiesparlampen. Wird eine 60-Watt-Glühbirne durch eine LED-Leuchte ersetzt, spart das im Jahr im Durchschnitt gut 21 Euro und 24 kg CO2. Ersetzt man eine Energiesparlampe, spart man jährlich etwa knapp zwei Euro und vermeidet rund drei Kilo Treibhausgase.

Allerdings sind LED recht teuer. Darum sparen sie zwar weniger Geld – aber dafür sehr viel CO2. 

Der billigste Strom ist Ökostrom

Besonders viele Treibhausgase sparen wir ein, wenn wir Energie durch echte Ökostromanbieter beziehen. Denn sie bauen neue Windkraft- oder Solaranlagen und sorgen so dafür, dass der Anteil an heimischem Ökostrom wächst.

Rund 710 kg Treibhausgase spart dabei laut Umweltbundesamt ein Singlehaushalt mit 47 Quadratmeter Wohnfläche durchschnittlich pro Jahr ein. Unsere dreiköpfige Nachbarsfamilie spart 1470 kg. Berechnet wurden diese Werte unter der Annahme, dass in beiden Fällen das Wasser mit Strom erwärmt wird.

Blick auf den Offshore-Windpark Ostende in Belgien
Windkraft ist eine erneuerbare Energiequelle – im ersten Halbjahr 2025 wurde weltweit erstmals mehr Strom aus grüner Energie erzeugt als aus Kohle Bild: James Arthur Gekiere/BELGA/picture alliance

Wer einen modernen Stromzähler hat, einen sogenannten Smart-Meter, der den Stromverbrauch alle 15 Minuten misst, kann überlegen, einen dynamischen Stromtarif zu wählen.

Ist viel Ökostrom im Netz, ist der Strom besonders billig, denn erneuerbare Energie hat die geringsten Produktionskosten. Wird jede Viertelstunde abgerechnet, lohnt es sich finanziell, immer dann Strom zu verbrauchen, wenn er "grün" ist – etwa, das Elektroauto aufzuladen oder auch den Strom in einer Batterie zu speichern.

Energiewende selbst gemacht – so geht's

Um den Klimawandel zu bekämpfen, können wir aber auch ohne Smart-Meter und E-Auto vor allem dann Strom verbrauchen, wenn er aus erneuerbarer Energie stammt. Dabei hilft in Deutschland beispielsweise das Internetportal Peackpick. Es berechnet anhand der Strombörsenpreise, wie viel Ökostrom zu welcher Zeit in etwa verfügbar ist.

Auch auf der sogenannten Solarampelerfährt man den Anteil an Ökostrom im Netz. Sie hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme entwickelt.

Wenn wir dann waschen, backen oder staubsaugen, wenn viel erneuerbare Energie vorhanden ist, entlasten wir das Stromnetz. Denn zu viel Strom kann das Netz überlasten, dann müssen beispielsweise Windkraftwerke abgeschaltet werden. Vor allem am Wochenende, wenn in vielen Industriebetrieben nicht gearbeitet wird, wird weniger Strom abgefragt.

Noch sinnvoller sind allerdings Apps, die den regional verfügbaren Anteil an Ökostrom anzeigen. Denn in Deutschland fehlen immer noch Stromtrassen vom Norden in den Süden. Wird im Norden an den Küsten viel Windstrom erzeugt, kann es sogar sein, dass im Süden vor allem Kohlestrom zur Verfügung steht. 

Ohne dynamischen Stromtarif schlägt sich die Nutzung von "grüner" Energie zwar nicht positiv in unserer Stromrechnung nieder – aber wir unterstützen die Energiewende und damit den Kampf gegen die menschheitsbedrohende Klimakrise.

DW-Redakteurin Jeannette Cwienk
Jeannette Cwienk Autorin und Redakteurin, Fokus unter anderem: Klima, Umwelt und Wissenschaft
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