Überschwemmungen: Katastrophenfall im Süden Afrikas
Mehr als 200 Tote, Hunderttausende auf der Flucht: Wochenlanger Regen hat große Gebiete im Süden Afrikas überschwemmt. Südafrika rief den nationalen Katastrophenfall aus.

Nationaler Notstand
Nach starken Regenfällen und Überflutungen im Norden des Landes haben Südafrikas Behörden am Sonntag den nationalen Katastrophenfall ausgerufen. Besonders betroffen sind die Provinzen Mpumalanga und Limpopo, wo Tausende Häuser beschädigt wurden. Die Fluten zerstörten auch diese Brücke über den Fluss Selati.
Katastrophenmanagement statt Konferenz
In Südafrika und den Nachbarländern Mosambik und Simbabwe starben seit Ende Dezember schon mehr als 200 Menschen durch Überschwemmungen. Allein in Mosambik wurden über 100 Todesopfer registriert. Mosambiks Präsident Daniel Chapo sagte seine geplante Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos in dieser Woche aufgrund der Katastrophe ab.
Schäden in Millionenhöhe
Rettungskräfte suchen in der südafrikanischen Provinz Limpopo nach Überlebenden. Die Wassermassen beschädigten Tausende Häuser, spülten Brücken und Straßen weg. Allein für Limpopo bezifferte die Provinzregierung die Infrastruktur-Schäden auf rund 217 Millionen Euro.
Flucht vor den Fluten
Mit einem Militärfahrzeug werden Menschen in der mosambikanischen Region Boane in Sicherheit gebracht. Landesweit mussten mehr als 230.000 Personen vor den Wassermassen fliehen. Die Behörden schätzen, dass insgesamt mehr als 400.000 Menschen betroffen sind - wobei diese Zahl aufgrund der anhaltenden Regenfälle voraussichtlich noch steigen wird.
Überschwemmte Stadtviertel
In mehreren Regionen von Mosambik traten Flüsse über die Ufer und überschwemmten so wie hier in Matola ganze Stadtviertel. Tausende Menschen wurden vertrieben. Nach Informationen des nationalen Instituts für Desaster-Management retteten sich die Menschen zum Teil auf Bäume und Dächer.
Schlimmste Flutkatastrophe seit Jahren
Das Welternährungsprogramm (WFP) sprach bereits von einer der schlimmsten Flutkatastrophen in Mosambik seit Jahren und warnte vor weitreichenden Folgen: Mehr als 70.000 Hektar Anbaufläche seien überflutet worden, darunter Reis- und Maisfelder. Hinzu kommen massive Schäden an der Infrastruktur. Das verschärft die Ernährungsunsicherheit in dem ohnehin armen Land.
Schwerwiegende Stürme
Mosambik gilt als stark betroffen von Extremwetter: Das am Indischen Ozean gelegene Land wird zu Jahresbeginn regelmäßig von Zyklonen heimgesucht. Laut einem Weltbank-Bericht wurde es im Zeitraum zwischen 1980 und 2022 von 28 Zyklonen, 20 schweren Überschwemmungen und 15 Dürreperioden geplagt. Durch den Klimawandel werden Überschwemmungen im Südosten Afrikas zudem häufiger und schwerwiegender.
Zerstörtes Zuhause
Während die südafrikanischen Behörden die Suche nach Überlebenden und die Bergung von Leichen auch am Wochenende fortsetzten, begannen die Fluten in einigen Gebieten zurückzugehen - und machten das Ausmaß der Zerstörungen sichtbar. Im Nachbarstaat Simbabwe verursachten über die Ufer getretene Flüsse schwere Schäden und vertrieben Tausende Menschen in höher gelegene Regionen.
Touristenparadies unter Wasser
Aus dem berühmten Krüger-Nationalpark wurden vergangene Woche rund 600 Menschen in Sicherheit gebracht - das bei Touristen beliebte Ausflugsziel musste am Donnerstag wegen der Überschwemmungen geschlossen werden. Am Montag wurde der Park wieder für Tagesgäste geöffnet. Die Parkverwaltung rief Besucherinnen und Besucher zugleich zur Vorsicht auf.