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Drittes Gold für Olsbu Røiseland, DEB-Team verliert

13. Februar 2022

Biathletin Marte Olsbu Røiseland holt ihren dritten Olympiasieg in Peking. Trotz Schnee-Chaos siegt Marco Odermatt im Riesenslalom. Die deutschen Eishockey-Männer zeigen sich trotz Niederlage stark verbessert.

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Biathletin Marte Oslbu Røiseland beim Schießen
Bei 20 Schüssen fehlerfrei: Marte Oslbu Røiseland wird zur Biathlon-Königin von PekingBild: Ramil Sitdikov/Sputnik/dpa/picture alliance

Im Biathlon bleibt Marte Olsbu Røiseland aus Norwegen das Maß aller Dinge: Nach ihren beiden Olympiasiegen im Team und im Sprint gewann sie auch in der Verfolgung über 10 Kilometer. "Es waren heute schwierige Bedingungen. Man hat nichts geschenkt bekommen", sagte die 31-Jährige dem norwegischen Staatsfernsehen NRK. "Ich hatte wirklich gute Skier und muss den Jungs aus der Wachsbude wirklich danken."

Auf der Fahrt zu ihrer dritten Goldmedaille in Peking hatte Olsbu Røiseland einen so beruhigenden Vorsprung, dass sie auf der letzten Abfahrt in Richtung Ziel genug Zeit hatte, ihren Betreuern zuzuwinken, die am Loipenrand eine La-Ola-Welle veranstalteten. Am Ende lag sie 1:36 Minuten vor der Schwedin Elvira Oelberg und ihrer norwegischen Landsfrau Tiril Eckhoff (+1:49). Beste Deutsche war Vanessa Voigt, die mit 2:48 Minuten Rückstand Zwölfte wurde. 

Røiselands Teamkollege Johannes Thingnes Bø verpasste dagegen die Verfolgungs-Goldmedaille. Ebenfalls mit großem Vorsprung unterwegs, schoss er beim dritten Schießen im stehenden Anschlag gleich dreimal daneben und fiel zurück. Der Olympiasieg ging nach 12,5 Kilometern an den Franzosen Quentin Fillon Maillet, der bereits im Einzel gewonnen hatte. Der ältere der beiden Bø-Brüder, Tarjei Bø, erkämpfte mit 28,6 Sekunden Rückstand Platz zwei, Dritter wurde mit 35,3 Sekunden Rückstand der Russe Eduard Latypow. Bester Deutscher war Roman Rees als Sechster. Allerdings betrug sein Abstand auf den Sieger bereits 2:30 Minuten. 

Marco Odermatt gewinnt Riesenslalom

Als klarer Favorit auf den Olympiasieg war er gestartet - und am Ende eines Rennens unter schwierigen Bedingungen kam er auch als Erster ins Ziel: Riesenslalom-Spezialist Marco Odermatt aus der Schweiz, der in diesem Winter bereits vier von fünf Weltcup-Riesenslaloms gewinnen konnte, hat sich auch bei den Olympischen Spielen durchgesetzt. Im teilweise heftigen Schneetreiben verwies er Zan Kranjec aus Slowenien mit 0,19 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Dritter wurde Weltmeister Mathieu Faivre aus Frankreich (+1,34).

Riesenslalom-Olympiasieger Marco Odermatt jubelt im Ziel mit einem Schrei
Trotz widriger Bedingungen wird Marco Odermatt im Riesenslalom seiner Favoritenrolle gerechtBild: Luca Bruno/AP Photo/picture alliance

Mit Alexander Schmid und Linus Straßer leisteten sich zwei der drei beiden deutschen Teilnehmer im ersten Durchgang Fahrfehler und schieden aus. Der dritte Deutsche, Julian Rauchfuß, erreichte als 30. und letzter Fahrer gerade noch den zweiten Lauf, steigerte sich dann aber und wurde am Ende 20.

Erschwert wurde das Rennen, an dem auch einige afrikanische Rennläufer teilnahmen, unter anderem Carlos Mäder aus Ghana, durch die Wetterverhältnisse. Ausnahmsweise gab es in der sehr trockenen Bergregion nämlich Schnee, der so dicht fiel, dass die Sicht der Athleten behindert wurde. Zudem türmten sich direkt neben der Piste aus der Spur geräumte Schneehaufen auf, die die Sicherheit der Fahrer gefährdeten. Der Start des zweiten Durchgang musste daher um 75 Minuten nach hinten verschoben werden.

Start-Ziel-Sieg für russische Langlauf-Staffel

Keine Diskussion wer in der Langlauf-Loipe am stärksten war, gab es in der Staffel der Männer über 4 x 10 Kilometer. Die Goldmedaille ging an das russische Quartett mit Alexej Tscherwotkin, Alexander Bolschunow, Denis Spizow und Sergej Ustjugow vor Norwegen und Frankreich. Russlands Startläufer Tscherwotkin sorgte gleich für klare Verhältnisse, zog kurz nach dem Start davon und arbeitete einen Vorsprung heraus, den Bolschunow sogar noch ausbaute. Spizow und Ustjugow fuhren das Rennen routiniert nach Hause.

Skilangläufer Alexej Tscherwotkin auf der Olympia-Loipe
Russlands Startläufer Alexej Tscherwotkin legte der Grundstein für den Staffel-OlympiasiegBild: Sergei Bobylev/TASS/dpa/picture alliance

Das deutsche Team, für das Janosch Brugger, Friedrich Moch, Florian Notz und Lucas Bögl in die Loipe gingen, hielt sich lange mit in der Spitze der Verfolger, fiel dann aber zurück und belegte am Ende einen guten fünften Platz.

Niederlage für DEB-Team

Niederlage zum Vorrundenende trotz deutlicher Leistungssteigerung: Nach dem 2:3 (1:1, 0:1, 1:1) am Sonntag gegen die USA spielt die deutsche Eishockey-Olympia-Auswahl am Dienstag gegen die Slowakei um den Einzug ins Viertelfinale. Ein früher Überzahltreffer von Patrick Hager (2. Minute) und das Anschlusstor durch Tom Kühnhackl (58.) waren zu wenig für den zweiten Gruppenerfolg des Teams von Bundestrainer Toni Söderholm nach dem 3:2-Zittersieg am Samstag gegen die Olympia-Auswahl Chinas.

"Wir haben das schon 2018 erlebt, das Turnier startet jetzt", sagte Kapitän Moritz Müller in Erinnerung an die Vorrunde 2018 in Pyeongchang. Torschütze Hager betonte: "Wir wissen, dass wir das Potenzial haben. Das Zeichen der Mannschaft war auf jeden Fall das Richtige." 

Erstes Einzel-Gold im Winter für Ungarn

Der ungarische Shorttracker Shaoang Liu hat in Peking das 500-Meter-Rennen gewonnen. Der 23-Jährige setzte sich auf der Kurzdistanz vor dem Russen Konstantin Iwlijew und dem Kanadier Steven Dubois durch. Für Liu war es nach Bronze über 1000 Meter und mit der Mixed-Staffel die dritte Medaille in China - allerdings ging zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Winterspiele eine Goldmedaille an einen Einzelsportler aus Ungarn. 

Zuvor hatten die Niederlande, traditionell ein erfolgreiches Eisschnelllaufland, ihre Ausnahmestellung bewiesen: Über 3.000 Meter gewann die Oranje-Staffel der Frauen um Starläuferin Suzanne Schulting vor Südkorea und China. Bei den Eisschnellläuferinnen gewann die Amerikanerin Erin Jackson über die 500-Meter-Distanz Gold vor der Japanerin Miho Takagi und Angelina Goikowa aus Russland.

Walijewa steht auf Startliste

Ungeachtet des laufenden Sportgerichtverfahrens gegen sie wegen einer positiven
Dopingprobe wird Eiskunstläuferin Kamila Walijewa auf der Startliste für das Kurzprogramm der Damen am Dienstag geführt. Die 15 Jahre alte Ausnahmeläuferin aus Russland muss jedoch um die Teilnahmebangen und das für Montag angekündigte Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS abwarten. 

Die Europameisterin war am 25. Dezember 2021 positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin, ein Herz-Medikament, getestet worden. Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA sperrte sie nach Erhalt des Ergebnisses am 8. Februar. Einen Tag danach hob die Disziplinarkommission der Agentur die Suspendierung aber wieder auf. Vor diesem Beschluss hatte Walijewa die russische Mannschaft bereits zum Olympiasieg im Teamwettbewerb geführt.